Eberle, Adam, geb. zu Aachen 1805, gest. zu Rom 1832. Er kam in früher Jugend mit seinem Vater, einem Messerschmied, nach Düs- seldorf, betrieb aber Anfangs mit demselben nicht das gleiche Hand- werk, wie man angegeben findet. Der immer wachsende Hang zur Malerei bestimmte den Vater, den Sohn auf die Akademie zu tun. Kurz darauf kam Peter Cornelius als Direktor an diese Anstalt, und der junge Eberle schloss sich mit aller Innigkeit und Verehrung an diesen großen Mann an, der an ihm einen seiner liebsten und ausgezeichnetsten Schüler verlor. Sein erstes Bild aus dieser Zeit ist eine Grablegung Christi, die ein ernstes tiefes Gemüth und ein reiches künstlerisches Talent offenbarte. Cornelius nahm sich sei- ner mit ganz besonderer Liebe an und gab seinem Geiste eine immer höhere und freiere Richtung. Die Liebe zum Meister verleitete ihn 1825 nach München zu ziehen, wohin jener als Direktor der Akademie berufen war. Hier übte sich Eberle zuerst im Technischen der Frescomalerei und malte dann sogleich das colossale Bild an der Decke des k. Odeons in München, Apollo unter den Hirten vorstellend, und er entwickelte dabei seltene Kräfte künstlerischer Darstellung. Nach diesem malte er in den Arkaden des k. Hofgartens das Bild, in welchem die Belehnung Maximilians mit der Churwürde dargestellt ist. — In dieser Zeit hat vielleicht der Tod seinen ersten Schlag gegen den jungen Baum geführt. Der Schmerz, den die meisten Künstler im Herzen tragen, dass das Geleistete mit dem Gewollten so wenig übereinstimmte, fing bei ihm an, am Herzen zu nagen und ein drückender Ernst bemächtigte sich des sonst so lebensfrohen Jünglings, und selbst nicht der milde Hauch des südlichen Himmels, den er 1829 in Rom fühlte, vermochte etwas, über die immer ernster werdende Weltansicht des Künstlers. Er zeichnete, obschon stets unzufrieden mit dem, was er leistete, und oft die Arbeiten mehrerer Wochen zerstörend, die Cartons zu der Decke des Michelangelo für die Münchner Pinaka- thek, welche in München zugleich mit Cartons von Overbeck und Cornelius ausgestellt waren.
Eberle schickte sich bereits zur Reise ins Vaterland an, als der Sturm über seinen Körper fiel, der die inwohnende Seele, einer andern Welt zugekehrt, zu halten keine Kraft mehr zeigte. Er ward am Chrfreitage an der Pyramide des Cestius begraben.
Noch erwähnen wir zweier Zeichnungen in Sepia, die er in Rom ausführte, und welche als seine letzten Werke bezeichnet werden: Die eine stellt die Apostel Petrus und Paulus auf der Fahrt nach Rom vor; und die andere die Israeliten in der babylonischen Ge- fangenschaft, eine tief durchdachte und reiche Composition.
Für eine Kirche in Westphalen malte er 1825 ein Altarblatt mit St. Helena und zwei Passionsengeln.
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