Eberhard bewies hierin seine Tüchtigkeit durch die Compositionen aus Homers Iliade, die als Reliefs die Villa Massini in Rom zieren sollten. Canova selbst äußerte bei der Betrachtung derselben, dass er keinen Meister finden könnte, der für Darstellungen dieser Art geeigneter wäre, als Eberhard.
In Rom führte unser Künstler mehreres in Marmor aus, Werke, die ihm einen Platz unter den vorzüglichsten Künstlern seines Faches einräumen. Mehrere kamen in den Besitz des Königs Maximilian und andere führte er für den kunstsinnigen König Ludwig aus. Unter die Erzeugnisse jener Zeit gehören die lebensgroßen Statuen aus carrarischen Marmor, welche die Muse mit dem Amor, jetzt in der Glyptothek zu München, den sitzenden Faun mit Bacchus und die Leda mit dem Schwan vorstellen. Die letzteren sind im königl. Cabinetsgarten in Nymphenburg aufgestellt.
Diese Werke wurden mit Auszeichnung aufgenommen, und sie hatten die Bestellung zweier anderer zur Folge, mit freier Wahl des Gegenstandes. Eberhard ward jetzt (1816) zum Professor an der Akademie der bildenden Künste ernannt, aber dennoch wurde ihm zur Ausführung dieser Werke eine zweite Reise nach Rom bewilligt. Der Künstler wählte die Gruppe wie Diana von Amor zu Endymion geführt wird. Im Jahre 1820 wurde das Werk vollendet; und ebenfalls im Cabinetsgarten des Königs aufgestellt. Alle diese Figuren, letztere über Lebensgröße, zeichnen sich durch Weichheit der Behandlung und mehr durch Bestimmtheit in den charakteristischen Theilen, als durch allzugroße Sorglichkeit und Feinheit der Ausführung aus. Dabei sind treue, lebendige Auffassung der schönen Natur, Wahrheit in der Bezeichnung des Ausdruckes, der Stellung und Bewegung der Glieder, hohe Eigenschaften dieser Bildwerke. Sie sind fern von charakterloser Glätte und Geziertheit, worin weder Leben noch Wahrheit ist. Sein Faun mit dem kleinen Bacchus, der spielend mit demselben sich neckt und ihn am Barte zupft, ist sein Motiv, ein herrliches Werk, und mit welcher Zartheit und Fülle Eberhard das weibliche Nackte zu behandeln versteht, das zeigt sich an seiner sitzenden Leda. Ein Werk von großem Verdienste ist auch die Gruppe mit Diana und Endymion, so wie der triumphirende Amor im frühlingsalter, im Antiquarium der k. Residenz zu München. Trefflich sind die Büsten des Malers Wohlgemuth, des bayerischen Staatsmannes und Gelehrten Hörwart, des berühmten Erzbischofs Paris v. Lodron zu Salzburg, des russ. Feldmarschalls Münch und des deutschen Ghiberti Peter Vischer, alle für die Walhalla bestimmt. Eine andere Gattung, in welcher sich Eberhard’s reiche Phantasie und seine rege Lebendigkeit in Schilderung großer historischer Monumente zeigt, ist das Basre-
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