Dyck’s zur Portraitmalerei, worin er Ruhm erlangte, ohne in die- sem Fache gross zu seyn. Sein Streben nach Originalität entfernte ihn von der Wahrheit der Natur, der van Dyck so sehr gehuldigt hat; allein seine Zeitgenossen ließen sich von seiner Manier blen- den, sie zollten derselben Beifall, und noch ist er in England sehr geschätzt.
In seinen Gemälden vermisst man die individuelle Nachahmung der Natur. Seine Damen, gleichviel ob sie schön oder hässlich waren, malte er als reizende, schalkhafte Nymphen, von leichten phantastischen Gewändern umflossen. Die Darstellung männlicher Bilder war seine Sache nicht, doch hat er den König und die kö- nigl. Familie gemalt, und erwarb sich dadurch so viel Ansehen, dass er zum Königl. Hofmaler ernannt wurde. Indessen malte er noch etliche andere Männerbildnisse, von denen einige beweisen, dass es ihm nicht an der Fähigkeit gefehlt habe, einer der berühmtesten Portraitmaler zu werden. Als Beleg dient die Figur des Horace Townshend, der meisterhafte Kopf des Grafen von Sandwich, Alderman Leneve im Staatskleide, das vortreffliche Portrait Carl I. zu Hamptoncourt, gemalt in den letzten stürmischen Tagen des Königs. Man sagt, der Tod dieses Fürsten habe den Maler bewogen, England zu verlassen; allein er trat noch in Cromwell’s Dienste, welchen er malte, aber getreu, denn der Protektor wollte nicht geschmeichelt seyn, wie die englischen Damen. Er sagte zu Lely: „malt mich gemäss, wie ich bin, alle Runzeln, Narben und Warzen, sonst bekommt ihr keinen Pfenning.“
Nach der Restauration gab ihm Carl II. Beweise seiner Hoch- achtung, er machte ihn zum Ritter, zum Kammerherrn und gab ihm einen Gehalt von 4000 Gulden. Jetzt lebte Lely im Über- flusse. Er hatte eine Sommer- und Winterwohnung, stets öffene Tafel mit Musik. Indessen blieb er stets bedachtsam; auch war er kein Freund von so grossen Ausgaben, wie van Dyck, sondern arbeit- sam und pünktlich. Die Personen, die sich malen ließen, mussten zur bestimmten Stunde erscheinen, und versäumten sie diese, so wurden sie aus der Liste gestrichen und mussten, ohne Unter- schied des Rangs, warten, bis die Reihe sie traf.
Lely hatte auch ein bedeutendes Kunstkabinet. Alle Zeichnungen stempelte er mit PL, und es gibt deren noch viele in den Sammlungen der Kunstfreunde. In Weigel’s Catalog H. S. 116 sind zwei mit der Kreide gezeichnete Bildnisse von englischen Geist- lichen, gr. fol., auf 5 Thlr. 12 gr. gewertet. Nach seinem 1680 erfolgten Tode wurde dieses Cabinet um 26.006 Pf. St. verkauft. J. Buckshorn, J. Greenhill und Davenport waren seine Schüler,
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_WYPrAAAAMAAJ