Durvet, Jean

Durvet, Jean , auch Danet, und der Meister mit dem Einhorn,

Maitre à la Licorne, genannt, weil er dieses Thier auf etlichen Blättern anbrachte. Duvet oder DUVET, wie er sich selbst auf mehreren Blättern nennt, war Goldschmied, denn auf einem Sti- che liest man: Joh. Duvet aurifab. Lingon annor, 70 has hist. per- fecit. Aus dieser Inschrift geht zugleich hervor, dass Duvet

geboren wurde, und nicht um 1510, wie in vielen kunsthistorischen

Schriften zu lesen ist. Letzte Angabe beruht auf keinem Grund, denn wenn Duvet siebzig Jahre alt war, so musste er 1485 geboren sein.

Duvet führte bis in sein hohes Alter den Grabstichel mit gros- ser Sicherheit, so dass man glauben möchte, er habe in weicheres Metall gegraben, als Kupfer. Seine Zeichnung ist ziemlich korrekt, die Composition aber bizarr. Er steht im Ganzen unter den gleich- zeitigen deutschen und italienischen Kupferstechern, verdient aber dennoch Aufmerksamkeit.

Bartsch P, gr. VII. 406 beschreibt von diesem Meister 45 Bl.

Die Vermählung Adams und Evas durch den ewigen Vater: Johannes Duvet fac. H. 11 Z., 13r. 7 Z. 11 L.

Moses empfängt von Gott die Gesetztafeln; links Noah, Abraham mit Isaac, Jakob und Melchisedech; rechts Jesse, David, Joseph und Maria mit dem kleinen Jesus. DUVET. H. 10 Z., 9 L', Br. 7 Z. 8 L.

Die Botschaft des Engels an Maria. Ohne Namen und Zeichen. H. 6 Z. 9 L., Br. 4 Z. 2 L.

Die Geburt Christi. Ohne Namen und Zeichen. H. 9 Z. 2 L., Br. 5 Z. 2 L.

Christus am Kreuze zwischen den Schächern. Mit Duvet's Na- men, H. 11 Z., Br. 7 Z. 11 L.

Die Grablegung Christi, Copie nach Mantegna. H. 10 Z. 5 L., 7 L. Br. 6 Z.

Maria auf dem Halbmonde stehend mit dem Jesuskinde; die Ma- donna nach Rafael’s Lucretia oder vielmehr nach Marc An- ton’s Stich copirt. H. 5 Z. 10 L., Br. 2 Z. 5 L.

Die beiden Johannes, 1528, ohne Namen und Zeichen, etwas zarter gestochen, als Duvet es zu thun gewohnt war. H. 5 Z. 2 L., Br. 3 Z. 7 L.

Moses und Petrus, schlecht gezeichnet und unvollendet. H. 8 Z. 9 L., Br. 6 Z.

Die Heiligen Sebastian, Anton und Rochus, nicht ganz beend-

Judas am Baume hängend, nur halb beendigt. H. 9 Z. 5 L., Br. 6 Z. 1 L.

Die Apocalypse des heil. Johannes, in einer Fassung von 21 Blät- tern, letzterer der Höhe 11 Z., jener der Breite ungefähr 8 Zoll.

Das erste Blatt stellt den Künstler an dem Tische sitzend vor, wie er die Apocalypse studiert. Auf einer Tafel neben dem Buche steht die am Anfange des Artikels erwähnte In- schrift, und unten links am Steine liest man: Sacra in hac et aliis sequentibus tabellis contenta misteria ex divina Johannis Apocalypsi desumpta sunt etc.

Die Blätter sind mit dem Namen Duvet bezeichnet.

Die Marter Johannes des Evangelisten, wie er vor Domitian in dem siedenden Ölkelch sich befindet: Johannes Duvet fac. H. 11 Z., Br. 7 Z. 9 L.

Die Sibylle, den Fuß auf eine Vase mit dem Namen „Johannes“ stützend, mit I. D. bezeichnet. H. 7 Z. 5 L., Br. 5 Z.

Duvet, Jean auch Danet. — Duvidal de Montferrier etc. 7

2 L. Die Figuren der Sibylle und des Engels sind aus Rafael’s vaticanischem Gemälde entnommen.

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