Duplessis, Joseph

Duplessis, Joseph, Siegfried, Maler, wurde zu Carpenthié geboren. Sein Vater war Chirurg , der sich aber später ausschließ- lich der Malerei widmete, und dieses ist derjenige Künstler , nach welchem B. Picart 1710 das Bildniss des Jean de la Bruyère ge- stochen hat. Auch der junge Duplessis fasste große Neigung zur Kunst, und die Fortschritte, die er bereits unter Leitung seines Vaters machte, waren schon bedeutend. Später übergab ihn dieser dem Mönche Imbert, einem geschätzten Maler, und dieser er- kannte bald das bedeutende Talent seines Schülers und wusste, es auszubilden. Nach vier Jahren war er so weit, zur Vervollstän- digung seiner Bildung nach Rom reisen zu können. Dieses geschah 1745 zu einer Zeit, wo Subleyras in Rom ein berühmtes Gemälde mit Valerian in der Messe des heil. Basilius fertigte. Angereizt durch dieses Werk trat Duplessis in Subleyras Werkstätte, und hier weihte er seinen Pinsel der Geschichts- und Portraitmalerei, und auch in der Landschaft erlangte er Übung. Dieses letztere Fach trieb er mit Vorliebe und selbst zur Zufriedenheit Vernet’s, der sich damals in Rom aufhielt. Vernet glaubte sogar, dass Duplessis zum Landschaftsmaler geboren sei, und er wünschte, dass er sich ganz diesem Fache widmen sollte. Duplessis bereuete es in der Folge, Vernet’s Rath nicht befolgt zu haben.

Vier Jahre hielt sich Duplessis in Rom auf, dann kehrte er wie- der in’s Vaterland zurück, wo er Kirchenbilder und viele Portraite malte. Später ging er nach Lyon , wo er ebenfallso einige Jahre arbeitete und erst in seinem 57sten Jahre kam er nach Paris. Hier erlangte er als Portraitmaler Ruf, besonders durch das Bildniss des Abbe Arnaud, und 1774 nahm ihn bei der Uebergabe der Porträte von Allegrain und Vien die Akademie unter die Zahl ihrer Mitglieder auf. Die Revolution raubte ihm die Früchte seines Fleisses: Zu- letzt wurde er Conservator des Museums zu Versailles, eine Stelle, die er bis zu seinem 1802 erfolgten Tod bekleidete.

Duplessis ist einer der besten französischen Portraitmaler. Er malte mit Leichtigkeit und zierlich. Besondere Liebe bewahrte er für seinen Lehrer, den Bruder Imbert, und er sprach nur mit Rüh- rung seinen Namen aus. Er sagte oft, dass er ihm nicht nur die Grundsätze seiner Kunst, sondern auch den Grund einer reinen Moral zu verdanken habe, die ihn in den Stürmen des Lebens aufrecht erhielt. Unter seine besten Bildnisse rechnet man die von Franklin, Bossuet, Gluck, Marmontel, Necker und seiner Frau, S. de Meilhan. Mehrere wurden gestochen; letzteres von Bérard.

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