Dunker, Balthasar Anton; Maler und Kupferstecher , geb. im Dorfe Saal bei Stralsund 1746. Er war der Sohn eines Predigers und genoss bei seinem Onkel in Stralsund eine sorgfältige Erzie- hung. In dem Hause dieses Mannes war ein Sammelplatz der Künstler und darunter war auch Ph. Hackert, der den jungen Dun- ker in den Anfangsgründen der Kunst unterwies. Im Jahre 1765 geleitete er diesen nachher so berühmten Künstler nach Paris, wo er bei Wille freundliche Aufnahme fand. Letzterer empfahl ihn an Vien, dessen Zeichenschule er besuchte, bis er zu Halle über- trat, unter welchem Dunker mehrere Jahre studierte. In Paris machte der junge Künstler auch Bekanntschaft mit Huquier , Mariette und Basan und mit mehreren deutschen Künstlern, die sich bei Wille einfanden. Bis jetzt hatte er die Kunst nur als Lieblingsstudium betrieben, nun aber sah er sich genötigt, durch selbe seinen Un- terhalt zu erwerben. Seine Verwandten verloren durch den Bank- rott einiger englischer und holländischer Häuser ihr ganzes Ver- mögen. Er verließ jetzt die Historienmalerei, und widmete sich der Landschaft, fertigte eine grosse Anzahl colorierter Zeichnungen zum
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Verkaufte, und auf Aliamet’s Rath versuchte er sich auch im Radiren, eine Arbeit, die ihm seine Umstände nicht erlaubten fortzusetzen. Er fuhr fort zu zeichnen, Landschaften zu malen und endlich so- lange es ihm auch in der Radirkunst Befriedigendes zu leisten. Zu den ersten Arbeiten gehört ein Heft mit Figuren und Thieren nach v. d. Does, Roos u. a. Er radirte um diese Zeit auch ei- nige Landschaften nach Weirotter und Schütz, und Basan über ihm den größten Theil der Blätter nach den Gemälden des Choiseul.
Später ging er mit Mechel nach Basel, um an dem Düsseldorfer- Galeriewerke im Kleinen zu arbeiten, verliess aber diese Arbeit bald, um sich wieder nach Paris zu begeben; allein in Bern fes- selte ihn 1775 das Band der Ehe, und er blieb in dieser Stadt, wo er sich mit Freudenberger zur Herausgabe verschiedener typogra- phischer Werke verband. Er starb auch in Bern 1807.
Dunker zeichnete sich besonders durch lichte Werke aus: Livre de différents sujets de figures et d’animaux, d’après H. Roos, van der Does et autres, ein Heft von 13 Bl.; qu. fol. Vues des environs de Rome, nach J. Ph. Hackert, 6 Bl. 4. Vues de quelques contrées pittoresques de la Sicile, nach dem- selben; 12 Bl. 4. Vier Ansichten von Livorno, nach Hackert von Dunker radirt, und von Eichler mit dem Grabstichel beendet, qu. fol. nach Hackert, und von Valpato mit dem Stichel vollendet, gr. fol. Vue des environs de Coblence, Schütz pinx. Dunker et Byrne sc. gr. 161. „La petite ville de Suisse, nach Freudenberger geätzt, und von Eichler mit dem Stichel vollendet, fol. Das Monument von Haller, fol. Chafne des Alpes, vue depuis les environs de Berne, nach G. Studteg und von Rieter schön colorirt. H. 9 Z. 2 L. Br. 19 Vue de Morat, colorirt in Aberli’s Manner, gr. qu. fol. Vue d’Avanche, colorirt, gr. qu. fol. Heptameron français, ou les Nouvelles de Marguerite Reine de Navarre, 3. Vol. gr. 8. Berne 1792. Mit 74 trefflich von Freudenberger gezeichneten und von den grössten Künstlern in Paris gestochenen Kupfern in 8., die Dunker noch mit geistreich gezeichneten und schön radirten Vignetten vermehrte. In diesem Werke, das prachtvoll auf Velinpapier gedruckt ist, herrscht grosser Reichthum an malerischen Gedanken, eine un- ermüdete humoristische Künstlerlaune, Mannigfaltigkeit mit treff- licher Ausführung vereint. Das ganze Werk enthält 218 grös- sere und kleinere Kupfer. Es ward in guten Abdrücken schnell vergriffen, nicht wegen des innern Gehaltes der Novellen, als vielmehr wegen der schönen und geistreichen malerischen Aus- stattung,
Vierzehn Aussichten im Oberlande jenseits Thun gewählt, mit ihren kurzen historischen topographischen Beschreibungen ; auch unter dem französischen Titel, und mit Text in gleicher Sprache: Quatorze vues choisies au de la de Thoune etc.
Bern bei Weibel, 1706.
Die Kupfer sind von Weibel gezeichnet und colorirt, und von Dunker radirt. Am schönsten sind die von Weibel allein colorirten Exemplare.
Costumes et moeurs et de l’esprit des Français, avant la grande révolution à la fin du XVIIIe siècle. En 66 planches
Dunker, Philipp Heinrich. — Dunker.
Gravées en caricatures par le célèbre Dunker et y joint l’ex-
plication, 4. Sie wurden 1709 in Bern herausgegeben, ob-
gleich auf dem Titel Lyon als Druckort genannt ist.
Diese bezeichneten Blätter nennt man das Vorzüglichste, was
Dunker geleistet. Er hat indessen noch andere schätzbare Blätter
geliefert: Porträts, Landschaften, Köpfe u. a. Man kennt von
ihm eine Folge von 18 Christusköpfen und 5 Madonnenköpfen,
nach Junker. Ferner gab er den moralisch-politischen Courier
oder Figuren Zeitung heraus, 10 Hefte mit 46 Kupfern in 4, Bern
1709–1800. Auch kennt man von ihm ein Portefeuille, mit Vig-
netten und schöne Zeichnungen in Farben, mit der Feder, Tusche,
Bister und in Rothstein.
Dunker hat sein Leben selbst beschrieben und abgedruckt ist
selbes im Anhange von J. C. Füssly’s Geschichte der besten Künst-
ler in der Schweiz. Seine Schriften erschienen in drei Theilen,
(Schriften von meiner Silhouette und Dr. Luther auf dem Abtritt)
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