Drei wunderschöne Bilder von Raibolini bewahrt ebenfalls die Brera zu Mailand; die Mutter mit dem ihr im Schoße liegenden Kinde, die Darbringung des Kindes

Drei wunderschöne Bilder von Raibolini bewahrt ebenfalls die Brera zu Mailand ; die Mutter mit dem ihr im Schoße liegenden Kinde, die Darbringung des Kindes, und die Madonna mit dem

Kind auf dem Throne. In der Madonna herrscht überall ein ge- wisses Urbild, hier nur weniger jugendlich als in Mühntchen. In S. Giovanni Evangelista zu Parma ist in der zweiten Kapelle

rechts Francia’s Geburt Christi merkwürdig.

Im Dome zu Lucca ist ein Altarbild von seiner Hand und ein anderes findet man in al Carmine daselbst. In S. Frediano ist die An- betung Christi. 5 KL

Im Palaste Sciärra zu Rom ist von Francia eine Madonnä mit

den frischesten Farben gemalt, und im Palaste Borghese ist eines seitter schönsten Marienbilder. Maria, in rothem Kleide und

blauem Mantel mit einem goldenen Sterne,., sitzt mit dem Kinde auf dem Schoosse in einer Laändschaft. In der Ferne sind Büume und ist näher ein Blumenschmuck. In der Madonna erkennt man wieder Francia’s einfäch hohes Ideal, nur erscheint sie mit dem feinen Schleier um das Haupt mehr mütterlich, als auf dem Münch- ner Bilde:

In der Giustinianischen Sammlung war die heil. Jungfrau in ei- ner Landschaft mit dem Jesuskinde, das einen Distelfink hält; Christus den Johannes segnend; Maria betend, wie sie auf das

Kind sieht, das mit einer Frucht spielt, und ein anderes Madon- nenbild.

In der k. k. Gallerie zu Wien ist das wunderschöne Bild der Mutter Gottes mit dem Kinde auf dem Throne sitzend, zu den Sei- ten St. Franz und St. Katharina mit dem Rade, Vor dem Throne

deutet der kleine Johannes auf das Jesuskind, im Grunde ist eine Landschaft.

In der Gallerie Lichtenstein daselbst ist ein schönes Bild des heil. Nikolaus, und in der Gallerie Esterhazy ist die Jungfrau mit dem Jesuskind und dem kleinen Johannes, ein Gemälde von un- gemeiner Frömmigkeit.

Von unattssprechlicher Zartheit und Frömmigkeit ist das lebens- große Bild der heil. Jungfrau in der k. Pinakothek zu München.

Sie betet im Blumengarten das vor ihr liegende Jesuskind an. Diese köstliche Perle hat König Ludwig als Kronprinz mit einigen

andern Bildern für 60.000 fl. erkauft. In diesem Bilde offenbaret sich Raibolini’s hohes Ideal vielleicht in reinster Schönheit.

Ein ausgezeichnetes Bild dieses Meisters ist auch die Madonna mit zwei Heiligen zu den Seiten in der herzoglichen Leuchtenbergi- schen Gallerie, und eine einzelne heil. Jungfrau mit dem Kinde,

ein Gemälde von hoher Lieblichkeit, ist im Besitze des k. b. Ober- baurathes Dr. Boisserde.

In der k. Gallerie zu Dresden ist ein Altargemälde aus Francia’s

besten Zeit, die Taufe Christi vorstellend; ferner eine kleine zier- liche Madonna mit dem Jesuskinde und Johannes, und die Anbe- tung der Könige, derselbe Gegenstand, mit wenigen Veränderun- gen, wie in der Akademie zu Bologna. Eines der schönsten Werke Raibolini’s, wovon Vasari spricht, erkaufte 18530 zu Dresden Herr

von Quandt aus der Sammlung des ehemaligen russischen Gesand- ten von Canicoff um 500 Thlr.

Einen kostbaren Schatz von Gemälden Francia’s und seinem Sohn bewahrt das k. Museum zu Berlin, so dass man sagen kann, in Deutschland seien die Raibolini nur in Berlin, wie Correggio in Dresden kennen zu lernen.

Von Francesco sieht man hier Maria, wie sie das auf einer stei- nenen Brüstung stehende Kind vor'sich'hält, rechts Joseph und

im Hintergrund Landschaft. Das Bild hat folgende Inschrift: Bar- tolomei sumptu Blanchini maxima matrum hic vivit manibus Fran- cia picta tuis. Der Künstler malte dieses Bild seinem Freunde

und Landsmann B. Biaenchini, der ein besonderer Verehrer seiner Kunst war. Hier sieht man auch eine Wiederholung des toten Heilands zu Lucca. Er ist auf dem Schoß der Mutter ausge- streckt, und wird von ihr und von einer Frau betrauert. Rechts unterstützt ein Engel das Haupt Christi und links ist ein anderer in Verehrung. Das dritte Gemälde dieses Museums stellt die in der Herrlichkeit thronende Maria mit dem Kinde in einem Kranz von Cherubim vor. Auf der Erde stehen anbetend die heiligen Geminianus, Bernardus, Dorothea, Catharina, Hieronymus und Ludwig. Dieses Bild trägt neben dem Namen des Künstlers die Jahrzahl 1502.

In England sind wenige Bilder von diesem Künstler. Passavant (Kunstreise, etc. S. 113) sah bei den Gebrüdern Woodburn ein kleines Bild mit der Taufe Christi, wobei zwei Engel und zwei Männer mit Turbanen auf dem Haupte zu sehen sind. Das Ge- mälde hat in der Behandlungsweise viel von der Anbetung der Könige in Dresden. Bei Hr. A. Gilmore fand Passavant ein merk- würdiges Bildchen mit der Vermählung der heil. Catharina, das Rafael’s Werk seyn sollte.

Herr Noney kaufte 1790 zu London bei der Versteigerung der Orleanischen Sammlung eine heil. Familie mit den Aposteln Petrus und Paulus.

Aug. von Venedig, R. M. Frey, F. Zuliani, S. Folkema, Marc- Anton haben nach ihm gestochen.

Calvi’s Lebensbeschreibung dieses Künstlers haben wir bereits im Contexte erwähnt. Sie erschien 1812 zu Bologna.

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