Cimon von Cleonä, ein alter Maler, über welchen sichere historische Nachrichten fehlen. Seiner wird in zwei Epigrammen des Simonides, Anthol. IX. 758. Append. II. 618, erwähnt, wovon man ersieht, dass Cimon im Zeitalter dieses Dichters, also in den siebziger Olympiaden, wie Hirt (Gesch. der b. K. bei den Alten S. 120) behauptet, gelebt haben musste. In einem dieser Epigramme wird seine Arbeit mit einer andern des Dionysius von Colophon zusammengestellt, der schon mit Polygnot lebte; in dem andern wird er als ein nicht schlechter Maler dargestellt, an dessen Arbeiten die Critik jedoch noch zu tadeln finde.
Aelian var. hist. 8. 8. sagt von ihm, dass er die Malerei noch roh und gleichsam in der Wiege vorgefunden, aber sie zu Ansehen gebracht habe, wesswegen er auch reichlicher bezahlt wurde als seine Vorgänger.
Plinius XXXV. 34. verbindet den Cimon noch mit den Monochromatikern, und bezeichnet die Leistungen desselben näher. Er bemerkt, dieser Cleonäer habe zuerst die Figuren in schiefer Richtung zu zeichnen verstanden (catagrapha invenit), die Gesichter verschiedentlich wendend, dass sie rückwärts, aufwärts und abwärts sahen. Er habe die Gliedmassen unterschieden durch die Gelenke, und die Adern zur Ansicht gebracht, und überdies sagt er, dass dieser Künstler nicht bloss in der Gewandung den Faltengang, sondern auch das Busigte bezeichnet habe.
Cimon hatte also an dem Fortschreiten der Kunst keinen gerin- gen Antheil, jedoch nicht gerade so im Malerischen, als vielmehr in der Zeichnung. Die Farbengebung konnte noch sehr mangelhaft seyn. Indessen schliesst sich dieser Künstler dennoch an den ersten Verbesserer der Malerei, an Eumarus von Athen, an. Mit ihm beginnt eine neue Ära, oder, genau genommen, erst die eigentliche Kunst der Malerei. Unter ihm und einigen andern machte man besonders in perspektivischer Auffassung der Gegenstände diejenigen Fortschritte, welche sie in den Stand setzten, in der folgenden Periode in grosser Vollkommenheit aufzutreten.
Das Wort καταγραφή wurde immer als Profilzeichnung genommen, aber es möchte hier gerade das Gegenteil, en face, eine von vorn gesehene Figur bedeuten; wenigstens gebraucht Plato sympos. 174..
in diesem Sinne das Wort xaroypapıy als einen terminus technicus, Es findet sich auch auf keinem Vasengemälde ältern Styls eine Fi- gur mit nach vorne gewandtem Gesichte; erst auf denen von spä- terem Style, wie auf der Poniatowsky-Vase, nimmt man auch Köpfe en fage wahr.
Cinciaroli. S. Cignaroli.
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