Cicogni, Giovanni

Cicogni, Giovanni, Maler, geb. zu Urbino , noch blühend
um 1650. Er war C. Ridolfi’s Schüler und malte für Privathäuser
und öffentliche Orte anmuthige Historien mit fertiger Hand. Auch
in der Landschaft war er sehr erfahren, die er gerne in seinen Bild-
ern anbrachte. Besonders wird er in Ausichten gelobt. Lanzi I,
40 d. Ausg.
Vicozzi sagt, dass dieser Künstler 1650 geboren worden sei und
dass er Cl. Lorrain’s Schüler gewesen. Dieser Schriftsteller ver-
wechselt hier wahrscheinlich das Sterbejahr mit dem Geburtsjahre.

Ciamberlano, Luca.

Rechte war, und diese Wissenschaft verliess, um sich der Kunst zu widmen. Er arbeitete in Urbino , meistens aber in Rom , wo man von 1500 — 1641 Nachrichten von ihm findet, und Ticozzi

ist daher im Irrthume, wenn er diesen Künstler geboren wer-

den lässt. Er hat nach eigenen Zeichnungen und nach den gröss- ten italienischen Meistern gestochen, alles in einem leichten und angenehmen Style, der sich dem des Aug. Carracci nähert. Nur zeigen die Wendungen der Linien, dass es ihm oft an der freien Behandlung seines Instrumentes fehlte. Das Nackte ist besonders gut gezeichnet, die Köpfe aber und andere Aussentheile seiner Fi- guren sind nicht immer gut vorgetragen. Die zerstreuten Lichter schaden der Wirkung,

Strutt nennt diesen Künstler Lucas d’Urbino und macht zwei aus ihm, wahrscheinlich wegen der Bezeichnung eines Stiches: Lucas Ciamb. Vrbinas F. Er bediente sich gewöhnlich eines Monogram- mes, das aus den verschlungenen Buchstaben I, C besteht. Bartsch, der im P. G. XX. p. 27. von Ciamberlano 114 Stücke beschreibt, legt ihm noch andere Zeichen bei, die mit den Buchstaben L, C nicht übereinkommen.

Zu den vorzüglichsten Blättern gehören:

St. Thomas, aus Bassano’s Santo Senato di Giesu, H. 19 Z. 8 L., Br. 14 Z. 2 L. Diese Blätter sind alle schön ausgeführt, von guter Wirkung und äusserst selten. Bei Winkler wurde die ganze Folge mit 20 Rthl. 12 gr. bezahlt. Christus am Oelberge, nach A. Casolani 1606. H. 9 Z. 3 L., Br. 6 Z. 6 Z. Christus erscheint der Magdalena als Gärtner, nach F. Baroccio, 1600. H. 13 Z. 10 L., Br. 9 Z. 8 L. Die Geheimnisse des Rosenkranzes, 15 Bl. nach R. Sciamossi, 1610. H. 3 Z. 8 L., Br. 5 Z. 8 L. Die Engel mit Passionswerkzeugen. H. 6 Z., Br. 4 Z. 6 L. Diese Blätter, 8 an der Zahl, sind nach verschiedenen Meistern gestochen und von I. — VIII. numerirt. Auf dem Titelblatte liest man: Jesu Christi domini nostri passionis mysteria a Luca Ciam- berlano Vrbinat. incisa. Romae. (Die Jahrzahl fehlt.) Verschiedene Heilige beiderlei Geschlechts, im Leben des heil. Philippus Neri, 42 numerirte Blätter, von denen zwei Ch. Sas gestochen hat. Sieben sind ohne Zeichen und Namen, aber sie scheinen doch dem Ciamberlano anzugehören. H. 7 Z. 6 L., Br. 5 Z. 6 L. Die heil. Crescentia, den Drachen tödtend. H. 14 Z. 6 L., Br. 12 d Die ersten Abdrücke haben eine Inschrift und neben dem Namen des Stechers auch ein Monogramm, was auf den zweiten alles fehlt. Der Tod des heil. Hieronymus, nach Rafael. H. 15 Z. 4 L., Br. 10 Z. 8 L. Das Leben und die Wunder des heil. Gregor, ein grosses Stück von zwei Platten, 1632. H. 30 Z. 8 L., Br. 19 Z. 12 L. Die heil. Lucie, 1590, nach Aug. Carracci. H. 5 Z. 11 L., Br. 5 Z. 5 d Die Klugheit und Mässigung, eine These, angeblich nach einer Zeichnung des L. Carracci, H. 2 Z. 6 L., Br. 3 Z. 2 L.

Ciamberlano, Luca.

Das Wappen Pauls – V. mit einigen Heiligen, These. H. 8 Z. 9 L., Br. 11 Z.

Der Cardinal Laurent Magalotti mit allegorischen Figuren, welche die Künste und Wissenschaften vorstellen. H. 15 Z. 4 L., Br. 21 Z. 4 L.

In den zweiten Abdrücken ist das Portrait des Magalotti in jenes des Paris von Lodron verändert, wie auch die Beischrift beurkundet. Auch haben die zweiten Drucke die Jahrzahl 1628 nicht, welche auf der ersten steht. –

Das Wappen Urban’s – V. I., ein allegorisches Blatt, 1625. H. 30 Z. 9 L., Br. 21 Z.

Mehrere andere Thesen.

Das Bildnis des Franz Balducci. H. 4 Z. 11 L., Br. 2 Z. 10 L.

Ohne Namen des Stechers. H. 4 Z. 5 L., Br. 2 Z.

Das Bildnis des Simon von Trient, 1607. H. 10 Z., Br. 7 Z. 8 L.

Einige schreiben dem Aug. Carracci dieses Blatt zu, nach Bartsch aber durfte es von Ciamberlano seyn. Augustin starb 1603, während der erwähnte Stich eine spätere Jahrzahl trägt.

Das Tafelblatt für die Rime del Francesco Balducci. H. 4 Z. 5 L., Br. 2 Z.

Im zweiten Theile desselben Werkes sind von ihm drei allegorische Frauengestalten. H. 4 Z. 5 L., Br. 2 Z. 3 L.

Viele Blätter im Tributo di Parnaso. Poesie di F. Balducci. Roma: 1603.

Die zwölf Apostel mit Christus, nach Rafael. Diese Blätter schreibt Gori dem Ciamberlano zu. Ebenso einen St. Franz, nach P. Piazza di Castel Franco, und Ornamente und Friese, nach O. Fialetti.

Der Winkler’sche Catalog legt diesem Künstler ebenfalls einen St. Franz in einer Landschaft vor dem Crucifixe bei, vielleicht das obenerwähnte Blatt des Gori. Ferner Christus, den Segen ertheilend, wahrscheinlich das erste Stück der obigen Folge, mit den Aposteln, und die heil. Jungfrau mit gekreuzten Händen.

Das Portrait des Herzogs Franz Maria von Urbino erwähnt Bartsch nicht. Es ist fol. bezeichnet: Lucas Ciämb. Vrbinas f.

Man findet auch ein geätztes Blatt, welches den Alexander vor Diogenes vorstellt, und mit L. C. I. F. bezeichnet ist. Einige erklären diese Initialen mit Lucas Ciamberlanus invenit fecit.

Andere legen die Composition dem F. Mola bei. H. 8 Z. 5 L., Br. 21 Z.

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