Cicciorg, Andrea, Bildhauer und Baumeister zu Neapel , der bei Masuccio lernte, und der nach den beiden Masucci den größten Ruhm erlangte. Begabt mit ausserordentlichem Talente und mit regem Eifer für die Kunst, lieferte er, trotz aller Schwierigkeiten, auch wirklich zu seiner Zeit ausgezeichnete Werke. Darunter er- wähnen wir vor allen das prachtvolle Marmorgrabmal des verstorbenen Königs Ladislaus II., welches ihm seine Schwester Johanna in S. Giovanni a Carbonara setzen liess. Es ist dieses eine weitschichtige Überladung der älteren Form, ähnlich den Grab- mälern der Scaliger zu Verona und jener der Visconti zu Mailand . Das Ganze tragen vier lebensgrosse Bildsäulen von Tugenden, un- ter denen die mit der Schlange einen besonderen edlen Kopf hat. Ueber ihnen sitzen Ladislaus und Johanna, zu den Seiten mehrere Heilige unter einem weiten Bogen, über welchen der Sarg mit der ausgestreckten Figur des Königs liegt. Darüber erhebt sich eine abgestumpfte Pyramide mit Bildsäulen und ganz oben steht Ladis- laus gewappnet zu Pferde. Abgeb. bei Cicognara II, 55. 54
In derselben Kirche sieht man von Cicerione in der gotischen Kapelle Caracciolo das Grabmal des Sergiani Caraccioli, des Sen- eschalls der Königin Johanna, welcher das Schicksal des Essex teilte. Dieses Monument, in welchem ein besserer Styl herrscht, begann der Künstler . Die Form hat Ähnlichkeit mit dem Mausoleum des Königs.
Cicerione war auch ein geschickter Architekt . Nach seinen Zeich- nungen und teils unter seiner Leitung erhob sich das Kloster Monte Oliveto mit der Kirche, der Palast des Bartolomeo von Capua, das Kloster S. Severino mit der dorischen Säulenordnung etc. Dieser Künstler starb nach Domenici I. p. 87 im Jahre 1455, Ticozzi aber lässt ihn schon vor 1440 sterben.
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