Chauveau, Franz

Chauveau, Franz, Maler, Zeichner und Kupferstecher , geb. zu Paris gegen 1620, gest. 1676. Er lernte die Zeichnung bei L. la Hyre, und widmete sich anfangs der Miniaturmalerei , ergriff aber hierauf den Grabstichel , dem er jedoch bald die Nadel vorzog, weil ihm diese am dienlichsten schien, die vielen Produkte seines

Geistes zu vervielfältigen. Seine gewöhnliche Manier war, seine Werke mit der Nadel vorzuarbeiten und sie mit dem Stichel zu vollenden, Letzterem durfte aber nicht zu viel Arbeit übrig blei- ben, wenn die Blätter nicht kalt und geschmacklos werden sollten, was häufig der Fall war. Die besseren sind, wenn auch nicht im- mer gefällig, dennoch nicht ohne Leben und Wahrheit, und sinn- reich in der Anordnung.

Die Anzahl von Chauveau’s Stichen geht über 3000, worunter die meisten Buchhändler-Arbeiten sind, denn seine Bücherverzie- rungen waren sehr gesucht. Seine vielen Vignetten gaben dem Papillon wahrscheinlich die Veranlassung, unsern Künstler unter die Formichneider zu zählen.

Unter seine vorzüglichsten Kupferstiche, von denen die meisten nach des Künstlers eigener Zeichnung gefertigt sind, rechnet man :

Die Jünger in Emaus nach Titian, dasselbe Stück, das auch Mas- son gestochen hat; qu. fol.

Das Concert, nach Dominichino; fol.

Die Geburt Christi, nach La Hyre; gr. fol.

Die heil. Familie mit dem Vagel, nach demselben; qu. fol.

Meleager bringt den Eherkopf der Atalanta; qu. fol.

Das Portrait Karl I. von England ; gr. 4.

Eine Ruhe in Ägypten , wo Joseph dem Kinde eine Blume reicht.

Maria mit dem Kinde und dem kleinen Johannes, dabei ein En- gel, nach Chauveau’s eigenem Gemälde.

Der Heiland am Kreuze mit Maria, Johannes und Magdalena, nach seiner eigenen Erfindung; gr. fol.

Venus und Adonis; rund. fol.

Die Verkündigung des Engels. Chauveau inv. et fec. etc.

An ganzen Folgen hat man von ihm:

Ergötzungen des Geistes, in 50 Bl., 1655; in 4.

Die griechische Geschichte, 19 Bl. mit Titel und einer kurzen Beschreibung; gr. 4.

Das Leben des heil. Bruno, nach Le Sueur, 22 Bl. fast ganz mit den Grabstichen vollendet; kl. fol.

Die ovidischen Verwandlungen von Benserade; gr. qu. 4.

Die Fabeln von L. d’Esclaches, 11 Bl. von Chauveau und Richter.

Zu dem Galichte Clovis, 21 Bl. mit Nik. Cochin gearbeitet.

La Pucelle d’Orleans von Chapelain, 12 Bl.

Zu den Meaillen von F. Orsini, 243 Bl., 1663.

Mehrere Blätter für Tasso’s befreites Jerusalem, Alarich, Lafontaine’s Fabeln und für das Cabinet du roi.

Auch die ersten Stiche seiner Zeit haben nach ihm gestochen,

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