Cesi, Bartolomeo

Cesi, Bartolomeo, Maler von Bologna , geb. 1556, gest. 1627
oder 1620. Cesi ist eines der Schulenhäupter,
welche den Carraccisten den Weg zu guter Behandlung ebneten. Er lernte bei Anton Grammatica die Anfangsgründe der Kunst, studierte dann bei Nosadella (Franz Bezzi) und wählte sich den Tibaldi zum Muster. Er nahm
sich aus jedem Alter die schönsten Formen nach der Natur und
hob sie wenig durch die Idee, gab umäa5igtu Stellungen und Ge-
berden, und befliss sich einer mehr lieblichen als starken Färbung.
Guido Reni betrachtete seine Gemälde in S. Jacopo und S. Martino
oft stundenlang, und fand darin den ersten Anstoß zur Erfindung
seiner artigen und lieblichen Manier, daher sind Cesi’s Arbeiten
mit denen des jungen Guido leicht zu verwechseln.
In der Wandmalerei ist Bartolomeo kräftiger. Er behandelt
hierin auch figurenreiche Scenen mit Urtheilskraft, Mannigfaltigkeit
und Kunstgewalt, und besass hierin ein so treffliches Colorit, dass
mehrere seiner Fresken noch wunderfrische Tinten haben. Hieher
gehört der Bogen zu Forli, welcher Thaten Clemens VIII enthält.
Ausgezeichnete Denkmäler von beiderlei Malereien hat auch die
rössere Carthäuser-Capelle zu Bologna, so wie die Kirchen dieses
Ordens zu Ferrara , Florenz und Siena .
Cesi wurde als Künstler und als Mensch hoch geachtet, und be-
sonders von den Carracci geliebt. Er hatte ein eifriges Bemühen,
die Malerklasse von den Innungen gemeiner Handwerker vollends
zu trennen, denn sie stand mit diesen noch immer zum Teil in
Zunftverhältnissen. Lanzi II 50, d. Ausg. Fiorillo II 642. Letz-
terer sagt irrig, dass Cesi zuerst die Grammatik studiert, statt bei
Anton Grammatica gelernt habe. Malvasia erhebt diesen Künstler
mit großem Lobe.

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