Cesari, Joseph, genannt Josipin, Giuseppe Pin d’Arpino, L’Arpino und Cavaliere d’Arpino, ein Beiname, der ihm jedoch nicht von seinem Geburtsorte zu Teil wurde, denn er erblickte 1570 (nicht 1560) zu Rom das Licht der Welt, und starb auch daselbst 1640 oder . Die ersten Grundsätze der Kunst erhielt er von seinem Vater, einem mittelmässigen Maler, bis er zu Rafael Motta und Lelio Orsi kam, oder, wie Andere glauben, zu
Roncalli. Er hatte Talent, das sich schon frühe äußerte, denn er malte im 13. Jahre eine Fagade, die für dieses Alter Erstaunen erregte. Bald darauf arbeitete er mit andern Meistern im Vatikan um die Wette, und nun galt er, nachdem er sich bereits auch
durch einige nach Michel Angelo’s Zeichnungen ausgeführte Ge-
mälde bekannt gemacht hatte, für den grössten Meister Roms. Er erhielt jetzt alle beträchtlichen Arbeiten der Stadt. Unter diesen sind die Gemälde im Saale der Conversatoren auf dem Capitol die bedeutendsten. Der Künstler malte mit Unterbrechung 40 Jahre daran, bis er endlich mit dem Kampfe der Horatier und Curiatier den Cyclus schloss. Während dieser Zeit malte er auch in der
Kapelle Pauls’ V., in St. Maria maggiore und an den Mosaikcar-
tazons in S. Michele, mit deren Anfertigung er von Urban VIII be-
auftragt wurde. Er verfertigte auch eine grosse Menge Altarge-
mälde, und so konnten bei Josepin’s angeborener Langsamkeit aller-
dings 40 Jahre verfließen, bis die Werke des Campidoglio voll-
endet dastanden. Unter diesen zogen einige die Schlacht zwischen
den Römern und Sabinern allen seinen übrigen vor. Seine Werke
sind zahlreich, und in Rom, Neapel, in Monte Casino und in an-
dern Städten verbreitet. Auch für das Aysland arbeitete er; aber
die Grossen mussten ihn immer bitten, so stolz war der Künstler.
Die Wandbilder sind trefflich coloriert und auch in einigen Staffelei-
bildern ist dieses zu rühmen, wie in der Madonna in S. Grisogona. Höchst vollendet ist er in kleinen Bildern mit auf Holz auf-
gesetzten Goldlichtern. Die Werke seines zweiten Stils sind sehr frei und nachlässig, und dieses ist die grössere Zahl. Er glaubte die Gunst von zehn Päpsten, die er überlebte, dürfe ihn der grossen Aufmerksamkeit überheben, denn er sah doch sein Vermö- gen immer bedeutender werden. Damit wuchs auch seine Eigen-
liebe, und so konnten ihm nie genug Ehrenbezeugungen wiederfahren. Clemens VIII. ernannte ihn zum Ritter des Ordens.
Cesari war bei allen Fehlern ein geborner Maler, und man muss nur bedauern, dass er dem falschen Geschmacke seines Jahrhunderts huldigte. Reine Natur, einfache Schönheit der Komposition, strenge Richtigkeit der Zeichnung darf man bei ihm nicht suchen. Seine lebendige Imagination gefiel sich in Anhäufung, in einer gewissen tumultuarischen Lebendigkeit, die in die Augen fällt. Seine Lieblingsgegenstände waren ein grosses Gedränge von Menschen und Pferden, welch letztere er jedoch trefflich malte. Diese Kühnheit der Komposition war es, welche ihm den ersten Rang unter den damaligen Malern in Rom verschaffte. Auch hatte er einen grossen Anhang und viele Schüler, die ihm bei seinen Arbeiten beistanden, von denen aber einige unerträglich wurden.
Den ersten Stoss bekam sein Ansehen, oder überhaupt das der Maler der Manieristen, durch M. A. Amerigi (S. diesen Artikel), hauptsächlich aber brachten ihn und die ganze Partei der Idealisten die Carracci um ihren Ruf.
Es wurde auch Mehreres nach diesem Künstler gestochen, namentlich von R. Guidi, F. Villamena, E. Sadeler, Ph. Thomasin u. a.
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