Caylus, Philippe Claude Anne de Tubieres, Graf von, Kunstliebhaber und Kupferstecher, geb. zu Paris , gest. 1765. Aus einer berühmten Familie entsprungen, trat er in Kriegsdienste, machte den Feldzug nach Catalonien mit, und war auch bei der Bekämpfung von Freiburg; nach dem Frieden legte er sich aber auf die Wissenschaften und Künste, und reiste nach Italien , von wo
Er ums Jahr 1715 mit dem französischen Gesandten nach Constantinopel ging. Er besuchte hierauf Griechenland und die Städte Kleinasiens in Begleitung eines Räubers, der ihn glücklich nach Sinýra brachte. Nachdem er hier die orientalischen Sprachen studirt hatte, kehrte er nach Frankreich zurück, und bereiste auch da alle Gegenden, welche die Aufmerksamkeit der Alterthumsforscher auf sich ziehen können. Er trieb nun ebenfalls die Zeichenkunst , Malerei und Kupferstecherei und schrieb viele antiquarische Aufsätze, die ihm Bewunderung und Ruhm erwarben. Seine in 5
ländischen bestehende Sammlung von Abhandlungen haben klassischen
erth, ;
Im Jahre 1731 ernannte ihn die k. Akademie zum Ehrenmitgliede, und 1742 auch die der Inschriften. Er stiftete dafür zwei Preise, von denen der eine einem Künstler , der andere einem Gelehrten ertheilt wurden.
Die Aetzungen des Grafen Caylus sind zahlreich, und sie standen in grossem Werthe; allein er hatte mehr Eifer als Talent. Sein größtes Verdienst ist, dass er in seinen Blättern die Entwürfe einiger alten Meister aufbewahrte, wie Rafael’s, Polidor’s von Caravaggio und Anderer, die er besonders schätzte, mehreres radirte er auch nach Bouchardon, Blätter, die gesammelt zu werden verdienen, obgleich sie von Fessard, le Bas und andern Stechern nicht am glücklichsten überarbeitet worden sind. Indessen konnten doch nicht alle Schönheiten der Zeichnung, nach denen sie gefertigt sind, zerstört werden, ü
Sein gewöhnliches Zeichen ist C*. C. de C. CC. C. S.
Zu den vorzüglichsten Werken gehören :
Recueil d’Antiquités égyptiennes, étrusques, grecques, romaines
et gauloises. 7 Voll. 4. mit K. 1752.. Der letzte Band erschien
erst 1767. S
Recueil des pierres gravées du Cabinet du Roi. 306. Bl. in kl. 4.
Diese Sammlung ist unvollendet und bloß in der ersten Ausgabe
schätzbar, d. h. ohne Titel, Text u. Ziff. Caylus hatte bloß einige
Exemplare abziehen lassen. Die Zusätze der späteren Abdrücke gehören
Basan an. Von der deutschen Übersetzung erschien nur ein
Band.
Recueil de Peintures antiques, d’après les dessins colorés de P.
S. Bartoli.
Dieses prächtige Werk gab er mit Mariette heraus ; es wurden
aber nur 30 Exemplare abgezogen, die alle coloriert sind.
Numismata aurea imperatorum Romanorum etc.; gr. 4. mit 68
K. und 1 Portr. Sehr selten in ersten Abdrücken, denn Caylus liess nur wenige
Exemplare abziehen. Renouard besorgte nachher eine Auflage von
50 Exempl. in gr. 4. und von 12 Exempl. auf grosses Papier. Die
spätere Auflage ist sehr zahlreich. Eine Folge von 2253 Aetzungen nach Original-Zeichnungen Ra-
fael’s, Michael Angelo’s, Parmesano’s, Carracci’s, Paul Brill’s
u. q. -
Die Geschichte Josephs, 10 Blätter nach Rembrandt’s Skizzen.
H. 7 Z. 6 L., Br. 5 Z. 10 L.
Nach Bouchardon ätzte er eine Folge von Antiken, 10 Bl. in 4.
und eine andere von 6 grossen mythologischen Vorstellungen.
Drei Folgen, jede zu 12 Blättern, haben den Titel: Etudes prises
dans le bas Peuple, ou les Cris de Paris,
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