Cavino, Cavinus oder Cavienus, Giovanni, ein vortreffli- cher Stahl- und Stempelschneider von Padua , der sich durch Nach- ahmung antiker Münzen auszeichnete, die er den Urbildern voll- kommen gleich darstellte, wobei ihn Alexander Bassianus unter- stützte, der ihn auf die vorzüglichsten dieser Münzen aufmerksam machte. Seine Hauptarbeiten sind die Münzen der ersten zwölf römischen Kaiser in Grosbronze, doch ahmte er auch andere Me- daillen nach. Dies sind die Münzen, die zu Padua geprägt, ge- wöhnlich den Namen Paduaner führen. In neueren Zeiten wurde Cavino wegen dieser Arbeiten als Falschmünzer betrachtet, der die Sammler der Münzen dadurch hintergehen und seine Nachbildun- gen ihnen für echte Münzen geben wollte. Allein es geschieht ihm hierbei Unrecht, da er seine Werke nicht heimlich, sondern öffent- lich arbeitete, die als sorgfältige und genaue Nachahmungen der Antiken Beifall fanden; doch mochten Andere die Münzen des Ca- vienus dazu missbrauchen, sie für echt auszugeben, weshalb sie die- selben mit mancherlei Arten von Firniss überzogen, um ihnen ein altes Ansehen zu verleihen. Alle diese Münzen sind als Muster zu betrachten.
Giulianelli zählt unseren Künstler auch unter die Edelsteinschnei- der, und selbst als Bildhauer ist er zu erwähnen. Unter der Pforte eines Tores zu Padua sieht man von ihm die Erzbrustbilder des Andreas Navagero und des Girol. Fracastoro. Unter dem Bogen der alten Stadtmauern ist von seiner Hand ebenfalls eine Figur.
Die Anzahl der Medaillen dieses Künstlers ist beträchtlich. Viele derselben, vielleicht mehr als dem Künstler angehören, sind in P. C. Moulinet’s Cabinet de la bibliothèque de Genève, Paris 1692, verzeichnet. Es ist dies die Sammlung jener Medaillen, welche aus dem Hause Lazzara zu Padua in den Besitz des Königs von Frankreich kam. Die interessanteste dieser Medaillen ist die eines Quirinus, welcher auf der Rückseite die Wölfin mit Ro- mulus und Remus darstellen liess, mit der Inschrift: Perpetua so- boles. Auf einer anderen Münze sind die Porträts des Cavino und des Bassianus dargestellt. Der Künstler hat hier seinen Na- men daraufgesetzt. Trefliche Werke seiner Hand sind ferner: die Medaille mit Christus auf der einen und die Heiligkeit auf der andern Seite, jene mit dem Herkules, die auf Luca Salvioni und Marco Mantova Benavides, und ausgezeichnet die Bronzemedail- len mit den Bildnissen von Andrea Navagero und Girolamo Fra- castoro;
Zur Zeit dieses Künstlers war die Liebhaberei, Münzen zu sam- meln, sehr groß, und daher gab es denn auch viele Münzverfäl- scher, um die Liebhaber zu täuschen. Besonders war dieses nach Cavino der Fall. Wir nennen nur den M. Dervieux, Carteron ( Par- mesano) , Cogornier, Heut zu Tage wird man indessen mit den Paduaner Münzen nicht leicht mehr getäuscht.
Cavino starb 1570 zu Padua im 71. Jahre, und wurde in S. Gio- vanni di Verdara begraben.
Cavola. s. Caula,
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