Cats, Jakob

Cats, Jakob, ein berühmter Zeichner, Kupferätzer und Landschafts- maler, wurde zu Altona 1741 geboren, wo sich sein Vater, ein Holländer von Geburt, vor der Verfolgung sicherte, welche ihm eine Schrift: „Het Nieuwe Bundeltje van Geestelijke Gesangen, ter vrijebreitung van verscheidene Psalmen en andere Texten uit den Bijbel etc.“ verursachte. Er fand schon in seiner frühen Jugend das grösste Vergnügen im Zeichnen, doch wollte ihn sein Vater zu einem Handwerke bestimmen. Endlich gab er der vorherrschen- den Neigung des Sohnes nach und brachte ihn zu einem Kupfer- stecher, Namens Abraham Starre, bei welchem Cats Unterricht im Zeichnen und im Kupferstechen genoss. Daneben zeichnete er eifrig nach guten landschaftlichen Vorbildern und nach Kupfersti- chen von A. Rademaker und Jan Luyken, bis ihn der alte Cats dem Zeichenmeister Pieter Louw übergab. Später arbeitete er bei dem Patronenzeichner Gerard van Rossum, und endlich in der Ta- petenfabrik des Trovust van Groenenduvelen. Er zeichnete neben- bei auch Landschaften und andere Gegenstände nach der Natur, genoss aber besonderen Vortheil aus der Bekanntschaft des älteren Goll und des J. de Bosch, zweier Kunstfreunde, die auch als ge- schickte Zeichner in Achtung standen. In seinem 24. Jahre war er bereits als Zeichner und Landschaftsmaler bekannt, musste sich aber noch häufig mit der Tapetenmalerei beschäftigen, in welcher er solchen Ruf erlangte, dass ein Liebhaber für seine Tapeten im Hause der Mevrouw van Eigen 200 fl. bot. Auch staffirte er die Tapeten des E. van Drielst und gab Unterricht in der Zeichenkunst. Sein Hauptfach war aber immer die Landschaft mit Figuren und Thieren geschmückt, obgleich er auch andere Gegenstände zeich- nete. Namentlich fertigte er für Kunstliebhaber Zeichnungen nach Gemälden von G. Douw, E. de Wit und Rembrandt; neben an- dern nach der berühmten Nachtwache des Letzteren und nach der gleichfalls rühmlich bekannten Schützenmahlzeit des B. v. d. Helst, vor allen aber standen seine Landschaftszeichnungen in Achtung, die in bedeutende Kunstsammlungen übergingen. Für den Bürger- meister Hasselaar zu Amsterdam zeichnete er vier grosse Landschaf- ten, Ansichten des Tafelberges bei Rheenen vorstellend. Cats er- hielt dafür 700 fl. Für den Kunstliebhaber Jan de Groot fertigte

Er vier calorirte Zeichnungen, die unter seine schönsten Stücke ge- hören. Sie stellen die vier Jahreszeiten, die vier Stunden des Ta- gcs und die vier Hauptstufen dar, und brachten dem Künstler 650 A. ein. Im Jahre 1804 wurde bei der Auktion des Grootschen Cabinets eine Zeichnung so theuer bezahlt. Für J. Helmolt zu Amsterdam stellte er die zwölf Monate in zwölf Landschaften dar, die durch Isaak de Wit Jz. gestochen wurden. Für eine seiner besten Zeichnungen erklärte man eine Ansicht des Hafens zu Am- sterdam mit den anstossenden Barakken der Franzosen im J. 1705, die J. C. van Hall besass, welche aber 1814 in die Sammlung des Kunstireundes J. de Vos kam, für die Summe von 300 fl. Unter Cats letzte Werke gehören zwei Hauptzeichnungen in ostindischer Tinte für den Kupferstecher C. Jusi gefertiget, der sie in Kupfer gestochen hat. Sie stellen zwei Durchbrüche des Eisganges zu Bemme bei Nymwegen 1709 vor.

Cats hat selbst einige Platten geätzt; 6 kleine Landschaften und drei Ansichten von Amsterdam. Zwei derselben sind nach Zeich- nungen von W. Weits und J. de Beyer gefertiget. Ausserdem brachte er noch einige Zeichnungen für naturhistorische Werke in Kupfer.

So wie sich Cats fast allein zum Künstler gebildet hat, so hat er auch eine eigene Weise in der Zeichnung angenommen. Er fasste die Natur puristisch auf und schmückte seine Bilder mit wohlge- zeichneten Staffagen. Seine Thiere erinnern oft an A. van der Velde und Berghem. Besonders geschickt war er in der Abbildung ländlicher Gerätschaften, und Alles ist von sorgfältiger Ausführung und meisterhafter Behandlung. Seine Zeichnungen findet man da- her auch in den ersten Kunstsammlungen neben denen der ersten Meister, und bezahlt sie noch theuer.

Indessen ist Cats nicht allein als Zeichner, sondern auch als Maler bekannt, doch sind seine Ölbilder in geringer Anzahl vor- handen, weil das Zeichnen seine Zeit zu sehr in Anspruch nahm. Dabei war er auch ein wissenschaftlich gebildeter Mann und in der Musik und Dichtkunst nicht unerfahren, denn seine lebhafte Phantasie ergriff Alles.

Im Jahre 1795 schwand seine Gesundheit und 1700 zahlte er dem Tode seine Schuld. In Amsterdam, seinem beständigen Aufenthalts- orte, ruhen die Gebeine des trefflichen Künstlers. Van Eynden u. van der Willigen, Vaderland. Schilderkunst II, 303 ff. geben nähere Nachrichten über ihn.

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