Castello oder Castelli, Bernardo

Castello oder Castelli, Bernardo, Maler, Zeichner und Kupferstecher ; geb. zu Albaro, einer Vorstadt Genuas, , gest. 1629. Er besuchte die Schule des Andrea Scemini und des Cambiaso, den er tüchtig nachahmte, bis er sich nach andern Mustern eine Malerfarbe bildete, der es nicht an Anmuth, wo er fleissig arbeitete, auch nicht an Richtigkeit fehlte. Nur zu oft aber verführte ihn seine Leichtigkeit zu Fehlern, da er auch das Studium der Natur vernachlässigte, und nur seinen eigenen Ideen folgte. Dennoch ward er von den Dichtern seiner Zeit gepriesen, denn er malte ihre Bildnisse, besonders von Marzio, der in seinen Briefen an Castello richtet. Mit Torquato Tasso lebte er in vertrauten Ver- hältnissen; er machte ihm die Zeichnungen zum befreiten Jerusalem , welche Aug. Carracci zum Teil trefflich in Kupfer gestochen hat. So kam er in den Ruf nicht nur eines der ersten Meister seiner Schule, sondern auch Italiens, und wurde auch im Vatikan zu malen auserwählt. Dort malte er die Berufung Petri zum Apostolat, ein Bild, welches bald nachher weggenommen wurde, doch ist die Ursache der Entfernung unbekannt; vielleicht hatte es jene damals in Rom geforderte Kraft und Rüstigkeit nicht, die dem Castello gebräuchlich war. Genua ist seiner Arbeiten voll, die nicht gering geschätzt werden, besonders wegen einer gewissen keckten Entschlossenheit und Anmuth. Auch in auswärtigen Sammlungen findet man sie, Sie bestehen in Bildnissen, Historien und Allegorien, in denen sich ein poetischer Schwung und Mannigfaltigkeit der Ideen zeigt, was er vorzüglich der Bekanntschaft mit den Dichtern verdankt. Auch in Landschaftlichen Beiwerken ist er gut, nur sollen sich seine Figuren nicht immer durch ihre spitzigen Nasen empfehlen.

Bernardo’s wird auch als Kupferstecher erwähnt, aber seine eigen- händigen Stiche dürften nicht zahlreich sein. Brülliot (dict. des monogr. 1, 700) sagt, dass sich das Zeichen dieses Künstlers auf Stichen nach Hannibal Carracci befinden soll, wie ein Script von der Hand des Vorgängers des beschriebenen Schriftstellers bemerkt; allein letzterer hat noch nie ein solches Blatt gesehen. Das Zeichen Castello’s, das gewöhnlich als das Initiale C. besteht, findet man auf Stichen des Camillo Conus?; auf solchen im befreiten Jerusalem“ steht; „B.C.F. B.C.I., was entweder Bernard Castello fecit oder Bernard Castello inventavit bedeutet. Auf vielen seiner Compositionen, die C. Congius gestochen, stehen die Initialen „C. I.“, welche Castello Inventor bedeutet. Auf einem Blatte mit dem verwundeten Tancred im befreiten Jerusalem, in

dem Stiche des H. Carracci, liest man: Ber. Caste, in. und rechts; das Zeichen des Stechers.

Castello war bei seinen vielen schönen Eigenschaften nicht von Eifersucht frei, und beging daher Schritte, welche ihm wenig Ehre bringen. So nahm er an der Verfolgung gegen den trefflichen Künstler Paggi einen Anteil und verband sich mit seinen Gegnern.

Er hatte drei Söhne, die Maler waren, aber nur Valerio verdient Erwähnung. Hieronymus und Johann Maria malten in Miniatur.

Lanzi III. 264. d. A. Fiorillo I, 880. u. a.

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