Casanova, Franz

Casanova, Franz, Schlachten-, Landschafts- und Marine-Maler

geb. zu London , nach Andern 1732, gest. 1805. Er war der Sohn eines Schauspielers und lernte die Historienmalerei von Simonini zu Florenz , legte sich aber in der Folge ausschliessend auf die Darstellung von Schlachten, worin er Burguignon zum Muster nahm, aber nur zu oft ganze Gruppen von ihm entlehnte. In der Landschaft ahmte er Wouwerman’s nach.

Für die Landschafts- und Schlachtenmalerei entschied er vornehmlich in Paris , wo er Mitglied der Akademie wurde und einige Schüler bildete, worunter ihm Loutherburg vorzügliche Ehre machte. Diderot vertrieb ihn durch seine strenge Critik aus Paris, und nun begab er sich nach Dresden , wo ihm ein grösses Gemälde, das er für die Gallerie verfertigte, viele Bestellungen verschaffte. Später wählte er Wien zu seinem Aufenthalte. Daselbst malte er für die Kaiserin Catharina die Siege der Russen über die Türken, Bilder, welche die Monarchin in ihrem Palaste aufstellen liess. Fortwährend mit seiner Kunst beschäftigt, starb er in der Brücke bei Wien in philosophischer Ruhe.

Der bekannte Abentheurer Casanova de Seingalt war sein Bruder.

In Casanova’s Schlachtgemälden ist die nackte Wirklichkeit erste und höchste Bedingung, aus keinem derselben spricht ideale Bedeutung und die Einheit des Ganzen geht auch im Gewühl der Schlacht verloren. In der Bestürmung von Oczakow, die er während seines Aufenthaltes zu Paris malte, einem seiner Hauptgemälde, fühlt der Beschauer alle Schauer des Grässlichen auf; eine Weise, bei welcher das Wohlgefallen nimmermehr bestehen kann. Durch sein wildes Feuer und den magischen Effekt grusser entgegengesetzter Massen von Licht und Schatten.

Ein anderes Hauptwerk, das er 1767 zu London ausstellte, ist der Uebergang Hannibals über die Alpen. Das lebhafte Gewühl der Menschen und Pferde, die schroffen Felsen und die Nebelwolken, welche sich in die Thäler hinabsenken, sind meisterhaft behandelt.

Er hat auch verschiedene Stücke radirt, besonders beträchtlich, aber die Anzahl der nach seinen Zeichnungen und Gemälden von andern Künstlern gestochenen Blätter. Darunter rühmt man besonders den erwähnten Sturm von Oczakow, von Adam v. Bärtsch 1792 geistreich geätzt.

Ein Reitergefecht, von ihm L. W. e. L. f. gestochen, ist bei Weigel um 1. Thlr. 4 gr. ausgeboten.

Fiorillo II-354. V. 696. Meuse). I. 172 IIl 189 n. @.

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