Carrucci, Jacopo

Carrucci, Jacopo, genannt da Pontormo, von seiner Vater- stadt, wo er geboren wurde. Sein Vater Bartolome, ein mittel- mäßiger Maler, war sein erster Lehrer, hernach kam er in die Schule des Leonardo da Vinci und später zu Albertielli und Andrea del Sarto, der ihn aber aus Eifersucht entfernte, weil er gehört hatte, dass Rafael und Michelangelo seine Werke gerühmt hätten. Pontormo war wunderlich launenhaft und wurde leicht eines Styls überdrüssig, versuchte also immer andere, aber oft mit unglückli- chem Erfolge. So leiten Kenner aus seinen Werken drei Stile ab: Der erste ist korrekt in der Zeichnung, stark im Colorit und kommt Andrea am nächsten. Der zweite ist in der Zeichnung gut, aber im Colorit schwächer, und diente dem Bronzino und andern der folgenden Periode zum Vorbilde. Der dritte ist eine Nachah- mung Albrecht Dürer’s, den er aber vergebens zu erreichen suchte.

Zuletzt suchte er noch Michelangelo nachzuahmen, aber mit nicht glücklichem Erfolge; er verlor die Natur ausser Augen, ward raftlos und konnte sich nicht mehr den Fesseln der Manierismus entwinden.

Er fürchtete dergestalt die lästigen Besuche, dass er mittelst einer hölzernen Treppe in sein Arbeitszimmer stieg und sie durch ein Gewinde in die Höhe zog. Seine Werke sind sehr zahlreich, meh- rere in der Carthusia zu Florenz, worin man Beispiele von seinen drei Manieren findet. Ein schönes Gemälde ist seine Venus von Amor geküsst im königl. Palazzo zu Kensington, nach Mich. Ange- lo’s Carton gemalt. Sehr schön ist auch in der Annunziata zu Flo- renz seine Heimsuchung. Pontormo starb 1558. Lanzi I, 144.: d. Ausg. Julius Bonasone, M. Prestel, Ch. Alberti haben nach ihm gestochen.

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