Carpioni, Julius

Carpioni, Julius, ein Venetianer, lernte bei Varotari die Malerei und machte sich durch seine kleinen Bilder einen Namen. Sie stellen Bacchanalien, Triumphe, Kindertänze a. a. vor. Die besten derselben sind in Palästen von Vicenza und Venedig ; die Kirchen besitzen wenig von ihm; denn er hatte für große Verhältnisse we- niger Sinn, als für kleine. Die Gemälde letzter Art sind mit un-

gemein viel Geist und Tintenreiz behandelt. Er war ebenfalls ein

guter Bildnismaler. Carpioni starb zu Verona 1674, 63 Jahre alt, und hinterließ einen Sohn, Namens Carlo, der dem Vater in al- lem gefolgt sein soll, aber ihn nicht erreichte. Giulio hat auch einige Blätter mit ästhetischer und leichter Nadel radirt, und sich hierin als verständiger und geschmackvoller Zeichner bewiesen.

Die Arbeit erinnert an die Blätter des Cantarini, den er, nach Bartsch, zum Muster genommen haben dürfte.

Das vollständige Werk Carpioni’s beläuft sich nach der Angabe des erwähnten Schriftstellers (Peintre graveur XX. 177) auf 206 Blätter, denn das Blatt mit dem Kinde, welches nach einer Fliege lächelt, ist nicht von Carpioni, wie einige moderne Schriftsteller annehmen.

Die Darstellung auf diesen Blättern besteht ebenfalls in Bac- chanalen, Kinderspielen u. dgl. Uebrigens wählte er auch heilige Gegenstände, sah aber in allen seinen Werken auf den Anstand, Seine Gesichter tragen stets den Ausdruck der Gutheit.

Zu seinen vorzüglichsten Blättern gehören:

Christus am Ölberg. H. 11 Z. Der Rand unten 9 L., Br. 8 Z. Die ersten Abdrücke sind ohne Namen; die zweiten haben die Adresse: Matio Cadorin forma in Padua, und auf den dritten liest man links: G. C. Inv. et Sculp. und unten am Rande: R. ”0 P, F. Ö 3azgl:;) de Co. Co. Lodolis. — — Marcus Pitteri Venetus sculpte Die heil. Familie nach Cantarini, wo Joseph im Hintergrunde einem Buche liest. Dieses Blatt ist eine Kopie nach Simon [’esarräs LStich, bezeichnet: Matio Cadorin For. H.5 Z., E 32.6 L.

Eine andere heil. Familie, nach demselben Meister, und ebenfalls Copie, von der Gegenseite: Matio Bolzetta For. Pad. 5 Z.71., Br.4 Z.4 L.

Die heil. Jungfrau an einem Piedestal liest in einem Buche. Carpioni V«äl@to fec. — Matio Cadorin Forma. H. 7 Z. 10 L., Br.

Die ersten Abdrücke sind ohne Cadorin’s Adresse.

Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, welches den kleinen Jannes segnet. H. 8 Z.8 L., Br. 5 Z. 8 L.

Die ersten Abdrücke sind mit Cadorin’s Adresse,

Die heil. Familie, wo Maria das Kind aus der Wiege umt, und im obern Theile Gott Vater erscheint. GIUL. CARPIONI ä’EN. — Matio Cadorin detto Bolzetta forma. H. 11 Z. L., Br. 8 Z.

Die ersten Abdrücke sind ohne Adresse Cadorin’s. Bei einem ist ein Abdruck von diesem Blatte um 1 _ Thlr. 16 gr. ausgegeben,

St. Magdalena in der Wüste. CARPIONI VEN. FEC. — Matio Cadorin forma in Pad. H.7 Z. 4 L. Der Rand unten 5 L.,

Die ersten Abdrücke sind ohne Cadorin’s Adresse.

St. Hieronymus als Büsser in der Wüste. Giul. Carpioni B. — Matio Cadorin detto bolz. For. H. 8 Z. 2 L., Br. 6 Z.

Venus mit dem Spiegel von Licbesgöttern umgeben. Kein besonderses Blatt, ohne Namen, H. 10 Z. 6 L., Br. 8 Z. 2 L.

Die vier Elemente vorgestellt unter den mythologischen Juren der Iris, Cybele, einer Najade und der Venus. 4 Bl. Leichter: Giulio Carpioni Ven. H. 3 Z. 10 L., Br. 5 Z. 10 L.

Jonas Ambach hat diese Blätter sehr geistreich von der Gegenseite copirt, ohne seinen Namen darauf zu setzen.

Vier Kinder tanzen nach der Flöte, welche ein Satyr bläst. H. 4 Z., Br. 11 Z. 8 L.

Vier Kinder von Satyren, welche tanzend verschiedene Instrumente spielen. Ohne Namen. H.4 Z. 8 L., Br. 15 Z.

Die Meergötter, 6 numerierte Blätter, welche einen Fries bilden. Sie tragen den Namen des Stechers nicht, aber sie sind nach

Bartsch versichert unbezweifelt Werke Carpioni’s, der sie in früheren Jahren nach Odoardo Fioletti copierte.

Sie sind 4 Z. 6 L. hoch, und 15—17 Z. und einige Linien weit.

Mehreres wurde auch nach Carpioni von anderen Künstlern ge- stochen.

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