Carpaccio, Vittore

Carpaccio, Vittore, Maler aus Venedig und Nebenbuhler der beiden Bellini und des letzten Vivarino, blühte in einem Zeitalter,
wo die Kunst sich von neuem belebte, was die bisweilen fehlende
Wärme der Fleischtinten und das wenig Zarte der Contouren in
seinen Werken entschuldigt. Es fehlt ihnen aber nicht an Natürlichkeit und Ausdruck, an neuer, phantasievoller Erfindung, guter
Anordnung, reicher Mannigfaltigkeit der Gesichter und Trachten,
geschickter Bauten- und Landschaftsmalerei. Alle diese Vorzüge
findet man in den acht Bildern aus dem Leben der heil. Ursula
und ihrer Gefährtinnen, im Sprachzimmer des Klosters dieser Heiligen; gest. von Baratti. Noch besser malte er in der Schule des
heiligen Hieronymus, wo er mit G. Bellini wetteiferte, und diesmal

ihm nicht zu weichen brauchte. Sein berühmtestes Bild in Venedig ist, nach Lanzi, die Reinigung zu S. Giobbe, wo jedoch der alte Simeon in päpstlicher Tracht zwischen zwei als Kardinäle ge- kleideten Dienern steht. Vielleicht das schönste Bild ist die Krö- nung der Jungfrau Maria in der Kirche S. S. Giovanni und Paolo in derselben Stadt. Das Colorit ist grauer, als in den Bildern, die Giov. Bellini gemalt, auch die Zeichnung weniger vollendet, als in des letzteren Werken, allein der Ausdruck unübertrefflich schön und die Engel wahrhaft himmlisch. Lanzi I. 35 d. Ausg. mit An- merkungen von Quandt. In der Brera zu Mailand sind vier schöne Gemälde von diesem Künstler. Er unterschrieb auf allen: Victoris Charpatii veneti opus, und das älteste Werk ist von 1522, wo der Künstler in einem Alter von ungefähr 70 Jahren stand. Nach Va- sari hatte Vittore auch zwei Brüder, die ihn nachahmten, allein die Sache ist nicht ausgemacht.

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