Carotto, Gian Francesco, Maler aus Verona , geb. , gest. 1546. Er bildete sich in einer strengen Schule und hat in dem Wenigen, was von ihm übrig ist, ein tiefes Gemüth entfaltet. Er war erstlich ein Schüler des Liberale von Verona, wandte sich aber nachher nach Mantua in die Schule des Andrea Mantegna, Carotto ahmte jedoch nicht das Harte und die etwas manierirten Formen seines Meisters nach, sondern strebte nach dem einfach Natürlichen und Edlen, und wenn er sich in grossen Compositio-
nen nicht ausgezeichnet hat, so ist er dafür im Charakter und
Ausdruck einzelner Gestalten desto glücklicher. Sein Colorit ist
warm und verschmolzen, und contrastirt daher auf eigenthümliche
Art mit der strengen Zeichnung seiner Formen.
In S. Anastasia zu Verona befindet sich ein Altarblatt von ihm:
der heil. Martinus zu Pferd, oben Maria mit dem Kinde auf den
Wolken, letztere besonders eine schöne Figur. In S. Giorgio ein
heil. Sebastian und Rochus, Abtheilungen eines Altarblattes, wozu
die Mitte fehlt; von der grosser Schönheit ist das oberste Halbrund
mit Christi Verklärung, und die Altarstaffel, worauf der auferstandene Heiland in kleiner Figur, aber äusserst edel und ausdruckvoll,
gemalt ist. Das Trefflichste aber, was man von diesem Meister
sehen kann, ist ein Erzengel Michael auf einem Bilde mit mehreren Heiligen in S. Eufemia, eine Figur voll jugendlicher Anmut
in himmlischer Reinheit und voll jener edlen Ruhe und Würde,
die allein den Gestalten unserer christlichen Mythologie dauernde
Wirkung auf das Gemüth verleiht. Ein Gemälde dieses Meisters,
dessen Werke selten im Auslande sind, befindet sich in der gräflich Schönborn’schen Gallerie zu Pommersfelden : Maria mit dem
Kinde zwischen der heil. Katharina und dem heil. Antonius, halbe
Figuren. Kunstblatt 1823. No. 1. Dr. Schorn.
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