Canuti, Dom. Maria

Canuti, Dom. Maria, Maler zu Bologna, berühmter Zögling Guido Reni’s, der in mehreren Klöstern der Olivetaner beschäftigt war, besonders in denen zu Rom, Padua und Bologna , wo er die Libreria und die Kirche mit reichen Gemälden geschmückt hat. Dort bewundert man eine Kreuzabnahme bei Fackelschein, wovon man viele Abbildungen findet, unter dem Namen: Canuti’s Nacht, und einen heil. Michael, der, theils in, theils ausserhalb des Gewölbes emalt, für etwas Seltenes in der Perspektive gilt. Ausser den Ar- beiten der Libreria hinterliess er noch große Werke im Palaste Pepoli, in der Gallerie Colonna zu Rom, im herzoglichen Palaste zu Mantua und an andern Orten; denn er galt für einen der besten Wandmaler. Seine Fülle und Mannigfaltigkeit gefällt mehr an ihm als sein Colorit, und einzelne Arbeiten erfreuen wohl mehr als das Ganze. Er war auch guter Ölmalerei und bildete Guido’s Arbeiten wundergeschicht nach; so scheint dessen Magdalena bei den Barberini zu S. Michele in Bosco das beste der vielen Abbilder zu sein. Zu Bologna hielt er eine Schule; als er aber nach Rom ging, gingen seine Schüler grösstentheils zu Pasinelli über. Canuti starb nach Crespi 1684 im 64. Jahre, nach Gori aber ist er 1677 im 55. Jahre gestorben.

Außer den Malereien haben wir von Canuti auch etliche radirte Blätter in Guido’s Manier, welchen er zwar in der Vortrefflichkeit der Zeichnung und ‚dem Geiste der Umrisse nicht erreicht, durch Nettigkeit des Styls und Feinheit der Ausführung aber noch über- trifft. Sie sind mit dem Namen des Künstlers oder mit den Initia- lien D. M. C. F. bezeichnet.

Zu den schätzbarsten gehören:

Die Madonna mit dem Rosenkranze, nach Canuti's eigener Er- findung, dem Nicolo Calderini zugeeignet. H. 9 Z. 6 L.; Br. 7 Z.

Ist bei Weigel um 1 Thl. 16 gr. ausgeboten.

St. Franz von Assisi kniend in einer Grotte. Guido Reni

Canutus F. H. 8 Z. 3 L., Br. 6 Z. 3 L.

Bei Weigel 2 Thl. 12 gr.

St. Rochus auf den Knien betend. Dom. M. Canuti Fece. Ein sehr schönes Bl. H. 9 Z. 6 L.; Br. 7 Z. 8 L.

Heinecke, und einige Andere nach ihm, halten auch die Portraite der drei Carracci für Canuti’s Werk, allein diese Bildnisse sind von Dom. Santi gestochen. Bartsch P. G. XIX. 222.

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