Cano, Alonso — Cano de Arévalo

Cano, Alonso — Cano de Arévalo, Juan.

nicht, scheint sich aber an den antiken Meisterwerken im Palaste des Herzogs von Alcalá (Casa de Pilatos) zu Sevilla gebildet zu haben, wie dieses, der Stil seiner Formen, der grandiose Falten- wurf und der erlesene Geschmack seiner Statuen verräth. In letz- tern zeigt sich Michelagnolo’s Kraft, aber in seinen Gemälden, was wunderbar ist, die Zartheit und Anmuth Albani’s. Auch diese sind im großartigen Stil gezeichnet und von so schönem Colorite, dass man den Künstler oft den spanischen Albano nannte. Sein Schönheitssinn war so gross, dass, als ihm auf dem Todtbette der Priester ein sehr schlecht gearbeitetes Crucifix vorhielt, er es durch- aus nicht ansehen wollte, sondern von sich stiess, wodurch er gros- sen Anstoss gegeben, wenn er nicht gleich ein einfaches Kreuz mit aller Devotion verehrt hätte. Er besass übrigens einen wunderlichen Charakter, der ihn in Handel mit Don Sebastián de la Llano y Val- des verwickelte, die sich mit einem Duell endigten, was ihn zwang, nach Madrid zu gehen, wo er durch das freundschaftliche Vorwort seines Mitschülers Velázquez den Schutz des Herzogs von Olivares erhielt, der ihn für den Hof reichlich beschäftigte, und zum Lehrer des Don Baltasar d’Austria ernannte. Allein auch hier hatte er manche Abenteuer, die nichts mit der Kunstgeschichte zu tun haben. Nur ist noch zu bemerken, dass ihm seine bewunderungswürdige Fertigkeit im Zeichnen oft zu Statten kam, indem er sogar, wenn ihn ein Bettler um ein Almosen ansprach und er kein Geld hatte, geschwind eine Zeichnung entwarf, die er ihm schenkte, indem er zugleich den Ort nannte, wo er sie verkaufen sollte.

Alonso grundierte in Granada eine Schule, aber merkwürdig ist es, dass keiner seiner Schüler den Ruhm der Malerei in Granada nach dem Tode des Meisters behauptet hatte. Seine Zöglinge blieben alle weit hinter ihm zurück. Sevilla besitzt von diesem Künstler mehrere Werke, sowohl Gemälde, als Statuen und Altäre, die alle vorzüglich sind. Zwei Meisterstücke der Malerei sind sein heiliger Petrus und Franziskus in der Carthusia zu Xerez. Bewunderungswürdig ist sein toter Christus, von einem Engel und dem heiligen Benedikt unterstützt, im neuen Palaste zu Malaga. Und besonders berühmt ist seine Madonna mit dem Rosenkranze im erzbischöflichen Palaste zu Granada, und die Empfängnis Mariä in der Hauptkirche. Mehrere Bilder von Cano sind im Museo del Prado zu Madrid.

In der Baukunst folgte er dem damals herrschenden Geschmacke; er ist zu reich an überladenen Ausschmückungen, an Consolen, Festons u. s. w. — Fiorillo IV. 265. ff. u.a. Mehreres über diesen Künstler s. Quilliet, dict. des peintres espagnols.

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