Camper, Petrus

Camper , Petrus, ein als Gelehrter und Arzt berühmter Mann, der auch in der Geschichte der Kunst eine würdige Stelle einnimmt. Er wurde 1722 zu Leyden geboren und frühzeitig zur Kunst ge- zogen, daher er denn am Zeichnen eine grosse Lust fand. Diese jugendlichen Arbeiten sind mit ostindischer Tinte und in schwarzer Kreide ausgeführt, alle Vorzeichen einer günstigen Entwick- lung. Er versuchte sich auch zeitig in Oelfarben, und nahm sich besonders die italienische Schule zum Muster, denn an dem Style der niederländischen Meister fand er kein Behagen. Auch nach der Antike und modernen Meister bildete er seinen Geschmack, und fuhr stets fort, in der Zeichnung zu immer grösserer Voll- kommenheit zu gelangen.

Als Jüngling hat Camper auch einige kleine Blätter geätzt und sich in der Schwarzkunst versucht. Vier Platten: ein fröhlicher Trinker, der Kopf eines Kindes, zwei Porträts von Gelehrten, alle schön behandelt, gehören in diese Zeit. Keines der letzteren ist unter der Aufsicht eines englischen Künstlers 1748 gefertigt.

Im Jahre 1746 erhielt er die Doctorwürde, und von dieser Zeit an verwendete er grossen Fleiss auf anatomische und osteologische Zeichnungen, von denen einige in ziemlicher Grösse vorhanden sind. Sie sind in Waschmanier ausgeführt und vortrefflich in ihrer Art. Die ersten Proben lieferte er für Smellie’s Werk, in welchem sie in Kupfer gestochen zu finden sind. Kein anderer Theil von Camper’s Zeichnungen ist in den Demonstrationes anato- mico-pathologicae, ein grosses Werk, welches 1760 erschien, ge- stochen.

Man findet von ihm auch Abbildungen in Pastell, doch bediente er sich weit öfter der schwarzen Kreide.

Ueberdies widmete Camper auch der theoretischen und prakti- schen Baukunst einen Theil seiner Zeit, und in seinem fünfzig- sten Jahre versuchte er sich noch in der Bildhauerei, unter Leitung des berühmten Ziesenis. Er copirte den Kopf eines Kindes nach Quesnoy in Marmor. Besonders suchte er auf den Geschmack in dieser Kunst einzuwirken durch seine Vorlesungen, die er in der Zeichenakademie zu Antwerpen hielt. Er gehört überhaupt unter die Beförderer der Kunst, und alle Freunde derselben waren auch die seinigen.

R. Vinkeles hat viele Zeichnungen Camper’s gestochen. Er hat auch einige Porträts in Pastell hinterlassen, darunter die seiner drei Söhne, 1772 gemalt. In seinen Oelmalereien folgte er der Weise der alten Meister. Auch Grau in Grau malte er, und man sieht zu Klein-Lankum noch ein Gemälde dieser Art, welches drei Genien vorstellt, mit den Attributen der Künste und Wissen- schaften.

Der berühmte Bildhauer Falconet hat seine Büste gefertigt, und Vinkeles hat sein Bildnis 1778 sehr schön gezeichnet und gestochen. Auch in R. van Eynden’s und van der Willigen’s Gesch. der vaderland. Schilderkunst I. 163, Nro. 3 ist sein Portrait ge- stochen.

Camper starb 1780. Im Jahre 1701 erschien zu Amsterdam seine Lebensskizze im Drucke, von seinem Sohne Adrian Gillis verfertigt. Einen Auszug derselben s. van Eynden 1. c. I. 161 f.

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