Campagnola, Domenico, Maler, Kupferstecher und Formschneider von Padua, Neffe des Hieronymus, wie Lanzi behauptet, nach
Andern, wohl irrig, Sohn von Julius Campagnola. Er machte in Titian’s Schule so schnelle Fortschritte, dass er selbst des Meisters
Eifersucht erregte; für ihn ein Lob, welches er mit Bordone, Tintoretto und andern trefflichen Geistern teilt. Padua besitzt vor-
züglich Werke von ihm: Fresken in der Schule Santo’s und Ölgemälde in der Schule der S. M. del Parto, welche ein Cabinet
seiner Bilder ist. Er scheint hier an Grossartigkeit noch Titian überbieten und das Nackte noch kunstreicher behandeln zu wollen,
als dieser Künstler.
Es finden sich auch in verschiedenen Kabineten noch Bilder von ihm Landschaften und Historien. Besonders geschätzt sind
auch seine Zeichnungen, die landschaftliche Gegenstände u. a.
enthalten. Mehrere solcher landschaftlicher Zeichnungen haben die
beiden Corneille, Masse und Pesne aus der Jabach’schen Samm-
lung gestochen, und auch Caylus brachte nach ihm 16 Blätter mit
Landschaften in Kupfer.
Domenico war auch Kupferstecher und vermuthlich auch Form-
schneider. Es gibt mehrere Holzschnitte, die nach der Weise des
Campagnola bezeichnet sind, doch ist es nicht ausgemacht, ob er
selbe auch eigenhändig geschnitten habe. Von vielen dürfte ihm
die Zeichnung angehören.
Das Geburtsjahr dieses Künstlers ist nicht genau zu bestimmen,
nur weiß man, dass er schon 1512 gearbeitet habe. Nach Zani
(Materiali etc. p. 132) waren die Jahre 1517 und 18 jene der größten
Kraft des Künstlers, namentlich in Bezug auf seine Kupfer-
stiche, und nach Morelli lebte der Künstler noch 1543.
Heinecke und seine Nachbeter glauben, dass die Blätter des Domenico
zwischen den Jahren 1507 und 1550 entstanden seien, aber
sie verwechseln die Werke unsers Künstlers mit denen des Domenico
delle Grecche, eines venetianischen Malers, der 1549 lebte, und von Dom. Campagnola ganz verschieden ist.
Bartsch XI. 5";39 ff. beschreibt von Domenico neun Blätter, von denen sieben die Jahrzahl 1517 tragen.
Christus heilt die Lahmen. DOMINICUS CAMPAGNOLA 1517.
H. 4 Z. 9 L., Br. 3 Z. 8 L. Difi Azfer tehlting des Herrn; ebenso bezeichnet. H. 6 Z. 10 L., r . 7 An
Die Ausgiessung des heil. Geistes (Pentecöte). DO. CAP, Oval. Durchmesser der Höhe 7 Z., jener der Breite 6 Z. 5 L. Die spätern Abdrücke tragen die Jahrzahl 1517.
Die Himmelfahrt Maria. DOMENICUS CAMPAGNOLA 1517. H. 10 Z. 6 L., Br. 7 Z. 4 L.
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde und mehreren Heiligen. Auf gleiche Weise signirt. H. 5 Z. 2 L., Br. 3 Z. 11 L.
Die Enlhauptung einer jungen Heiligen. DOMINICUS CAM- PAGNOLA MDXVII. Oval. Durchmesser der Höhe 7 Z., jener der Breite 6 Z. 5 L.
Die nackte Venus in einer Landschaft. DO. CAMP. 1517. H. 3 Z. 7 L., Br. 5 Z. 3 L.
Der Hirt und der alte Krieger. DO. CAP. 1517. H. 4 Z. 11 L., Br. 3 Z. 7 L.
Eine Landschaft mit drei Hirten, welche sich durch Musik er- götzen. H. 5 Z. 1 L., Br. 9 Z. 6 L.
Man hat von diesem Blatte eine Copie von einem alten Meister, aber von der Gegenseite gefertiget.
In dieser Copie sieht man im Grunde zwei Ochsen, welche nach rechts laufen, beide sehr schlecht gezeichnet. H. 5 Z., Br. 8 Z. 3 L.
Die Schlacht, oder der Kampf von nackten Männern zu Pferd und zu Fuss in einem Walde, DOM. CAMPAGNOLA 1517. H. 8 Z. 11 L., Br. 8 Z. 5 L.
Dieses Blatt ist nach H. Hopfer copirt.
St. Petrus unter den Soldaten, während Christus verrathen wird. DO. CAMP. 1517. H. 4 Z. 6 L., Br. 3 Z. 7 L.
Dieses Blatt fehlt bei Bartsch.
St. Hieronymus nackt auf einem Balken vor der Hütte sitzend, zu den Füssen der Löwe., Oben links ist der Name des Küunst- lers und unten die Jahrzahl 1517. H. 4 Z. 8 L., Br. 3 Z. 7 L.
Diesen Stich findet man bei Ottley erwähnt.
Ein junger Mann an einem Baumstamme sitzend, auf der andern Seite der Kopf eines Alten. H. 5 Z. 3 L.
Hr. von Nagler in Berlin hat einen Abdruck von diesem merk- würdigen Blatte.
Holzschnitte :
Der Kindermörd, DOMINICUS CAMPAGNOLA M. D. XVII. Unten am Rande liest man: IN VENETIA. IL. VIECERL Letz- terer ist wahrscheinlich der Formschneider. Dieses grosse Stück besteht in zwei Platten. H. 19 Z. 6 L, Br. 20 Z. 10 L.
Eine Landschaft mit St. Hieronymus, vor der Grotte den Kampf zweier Löwen betrachtend, DOMINICUS CAMPAG. H. 10 Z. 7 L. Br. 15 Z. 5 L.
Eine Landschaft mit vier nackten Kindern, von denen eines mit einem Hunde spielt. Dieses Blatt ist ohne Zeichen und von einem Ungenannten nach Domenico’s Zeichnung gefertiget. H. 11 Z. 3 L., Br. 15 Z. 2 L.
Kind auf dem Rücken in einer Wiege, der andere ein solches auf der Schulter trägt, Rechts bezeichnet: DNICS,
Die Landschaft mit dem Weibe mit Früchten. Ohne Zeichen; so wie das vorhergehende Blatt nach Campagnola’s Zeichnung ge- fertiget. H. 13 Z, 9 L., Br.-18 Z. 6 £
Der Prediger Johannes, von Boldrini in Holz geschnitten.
Die heil. Familie unter einer Baumgruppe, mit dem Namen des Künstlers und der Jahrzahl 1517. H. 11 Z. 40 L., Br. 16 Z. 6 L.
Christus heilt die Kranken, bezeichnet:
CAP.,
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