Caccia, Guglielmo

Caccia, Guglielmo, Historienmaler aus Montalbano, geb. 1568, est. um 1625, genannt Moncalvo, wegen seines langen Aufent- haltes in dieser Stadt, wo er erzogen wurde. Er zeichnete sich als Frescomaler aus, und wurde als Muster in dieser Gattung auf- gestellt. Seine Zeichnung ähnelt derjenigen der älteren Schulen; man sieht darin einen Geschmack nach Rafael, Andrea del Sarto, Parmigianino, diesen großen Künstlern im Idealschönen, gebildet. Seinen Madonnen nach möchte man ihn bald dieser, bald jener Schule zuzählen. Eine solche ist im königl. Palast zu Turin , die fast von Andrea gezeichnet scheint; aber die Farbe, wiewohl an- muthig und weich, ist verschieden, ja, sie neigt sich zum Matten der Bologner vor den Zeiten der Carracci, besonders zu Sabbatini. Diesem gleicht er auch sehr in Schönheit der Köpfe und in der Anmuth. Es scheint daher das Gerücht in Moncalvo, das ihn zum Zögling der Carracci macht, verdächtig.

In Caccia haben sich noch viele Bilder in Oberitalien erhalten, Besonders schön sind seine Fresken, die bis auf unsere Zeit ihren Farbenglanz bewahrt haben. Schwächer ist die Färbung in seinen Ölbildern, aber die Schönheit der Gruppierung, und die leichte und geistreiche Behandlung des Pinsels ersetzt diesen Mangel. In der Landschaft folgt er Brill’s Manier.

Seine ersten Arbeiten sind auf dem heiligen Berge Crea zu Moncalvo, und auch in den übrigen Kirchen dieser Stadt sind Bilder von ihm; besonders in der Minoriten-Kirche eine wahre

Gallerie seiner Kirchenbilder. In einer Dominikaner-Kapelle zu Chieri sind zwei historische Gemälde von ihm: die Erweckung Lazarus und das Wunder mit den Broden, in welchen Arbeiten Reichthum der Phantasie, verständige Anordnung, genaue Zeichnung und Lebendigkeit der Bewegungen vorwaltet und durch das Ganze andächtige Schauer wehen. Sie würden jede große Kirche zieren. Noch andere vorzügliche Arbeiten dieses Künstlers sieht man zu Mailand, Genua, Novara, Vercelli, Casale, Pavia, Alessandria und Turin, und im ganzen montferratischen Gebiete, Kirchen und Schlösser sind hier mit seinen Gemälden geschmückt. Schön und kräftig ist seine Malerei an der Kuppel von St. Paulo zu Novara, mit einer Glorie lieblicher Engel, wie er’sie zu malen pflegte. Ausgezeichnet ist sein heil. Petrus im päbstlichen Ornate in der Kreuzkirche zu Turin. Es gibt wenige Bilder Caccia’s, die so kräftig gefärbt sind, als dieses. Für den Hochaltar der Dreieinigkeits-Kirche derselben Stadt malte er das sonderbare Gemälde, worin der kleine Jesus einen Pfeil in das Herz der heil. Theresia abschiesst. Die heil. Jungfrau neben ihm scheint ihn zu dieser Handlung ermuntert zu haben, der heil. Joseph bewundert seine Geschicklichkeit und lächelt über den losen Streich des göttlichen Kindes. Theresia sinkt, in Extase, zwei Engeln in die Arme, welche sie halten. Auch dieses Bild ist gut colorirt und anmuthig in der Erfindung. Die Kreuzabnahme in St. Gaudenzio zu Novara wird von Einigen für Moncalvo’s Meisterstück gehalten. Mehrere seiner Madonnen sieht man in Bildersammlungen.

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