Bruyn, Bartolome de

Bruyn, Bartolome de, Maler, Schüler von Hemskerk. Von die- sem in Vergessenheit gerathenen trefflichen Meister befindet sich in der Boisseree’schen, jetzt k. bayerischen Sammlung, eine Pictas mit Flügelbildern, welche dessen Tüchtigkeit sattsam erkennen lässt. Der Styl ist edel, die Gewänder gut geworfen, und die ganze Com-

position schliesst sich in schöner Harmonie ab. Strixner hat das Blatt lithographirt. Eine unübertreflich schöne Darstellung ist die Heilung der Besessenen durch den heil. Ewald, abgebildet in der 21. Lieferung des Boisserce’schen Gallerie-Werkes. Besonders ist das Scelenleiden des Vaters und die Wirkung der Krankheit auf

den Körper der Tochter wahr und ausdrucksvoll aufgefasst.

De Bry, Theodor, geb. zu Lüttich 1528, gest. zu Frankfurt am Main 1598. Er war Goldschmied , Zeichner, Kupferstecher und Kupferätzer; überhaupt einer der fleissigsten Künstler seiner Zeit. Um 1570 ging er nach Frankfurt am Main , legte daselbst eine Buch-

handlung an, und unternahm als Buchhändler und Kupferstecher verschiedene grosse Werke, welche er nach und nach herausgab, wobei ihn seine beiden Söhne, Johann Israel und Johann Theo- dor, thätig unterstützten. Seine Blätter sind nicht gross, und da- her hat man ihn unter die sogenannten kleinen Meister geordnet. Sie bestehen in Geschichten und Zierrathen, und mehrere dersel- ben sind nur verkleinerte Nachbildungen nach andern Kupfersti-

chen, die in jeder Beziehung Achtung verdienen. Einige von de Bry’s Werken sind mit ‚T. de B. F., T. B., oder mit einem Mo- nogramme bezeichnet; andere tragen den Namen: Toreumas Bri- anceus, das Anagramm de Bry’s.

In den Werken dieses Künstlers und seiner Söhne sieht man noch die Nachblüthe des älteren Kunststyls, welcher nicht mehr an der Zeit war, und so konnten sie weder andere fördern, noch das,

was sich überlebt hatte, ins Leben zurückführen. Diese Künstler, welche in der That treffliche Arbeiten lieferten, blieben daher ohne Einfluss auf die Kunst in Deutschland.

Zu seinen vorzüglichsten Werken rechnet man:

Die drei runden Schalen, drei Blätter, von denen das erste in der Mitte die Worte: Orgueil et Folie, zeigt, die beiden an- dern die Inschriften: De Hopmann van Weisheit und De Hop- mann van Narheit, führen. In dem einen ist das Bildniss des Wilhelms von Nassau, in dem andern das des Herzogs von Alba vorgestellt; letzterer ist der Hauptmann der Narrheit. Diese drei Schalen sind äusserst fleissig ausgeführt und sehr selten; rund in 4.

Die Procession der Ritter vom Orden des Hosenbandes, 1556, 42 Platten, welche einen sehr langen Eries ausmachen. Diese höchst seltene Stück hat auch Hollar gestochen.

Der heil. Hieronymus in einem Zimmer, in dem Werke: Icones quinquaginta virorum illustrium. Franc, 1570, worin die meisten Porträte vom Vater de Bry gestochen sind. Es ist dieses der

erste Teil zu einer Folge von Portraiten, unter dem Titel: Bibliotheca Calcographica, eine Sammlung, welche bis auf 5 Bände in 4. anlief, zu welcher die beiden Söhne des de Bry und andere die Porträts gestochen. Der lesende heil. Hiero- nymus wird von Einigen dem Dürer zugeschrieben.

Die Porträts des Erasmus von Rotterdam und Melanchthon’s, des Scanderbeg und seiner Gemahlin; 4.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_nAVVAAAAcAAJ