Brüggemann, Hans, ein trefflicher Bildschnitzler des 16. Jahrhun- derts, über dessen Vaterland und Kunstbildung nichts Zuverlässiges bekannt ist. Dankwerth berichtet jedoch in seiner Beschreibung der Herzogthümer Schleswig und Holstein, dass der Künstler aus Husum gebürtig sei, und dass er für die dortige Kirche ein schö- nes Sakramenthaus gefertiget habe. Ein treffliches Werk dieses Künstlers, das er nach siebenjähriger Arbeit ( ) beendigte, ist der mit Schnitzwerk aus Eichenholz reich verzierte Altar, der 1666 aus der Kirche zu Bordesholm in den verschlossenen Chor des Domes zu Schleswig gelangte. Dieses ist eines der verdienstvoll- sten Werke der deutschen Kunst, 47 Fuß hoch und 25 Fuß breit, die Thürflügel mitgerechnet, und mit herrlichen Relief-Darstellun- gen, meistens aus der Leidensgeschichte des Heilandes, geziert. Böhndel gab dieses Werk in wohlgelungenen lithographirten Nach- bildungen heraus.
Es geht die Sage, dass die Mönche von Bordesholm den Künst- ler durch Vergiftung blind gemacht hätten, um zu verhindern, dass er noch andere Kirchen durch seine Werke ziere. Dieses scheint erdichtet zu seyn, denn es gibt eine traditionelle Nachricht, dass Brüggemann noch später ein ansehnliches Werk für die Kirche zu Neumünster gefertiget habe, und dass zwei freistehende, nach Schleswig verpflanzte Figuren, welche ihre Blicke andachtsvoll ge- gen den Altar richten, den König Christian II. und seine Gemah- lin Isabella von Österreich darstellen, welche Brüggemann nach dem Leben abgebildet haben soll. Das Todesjahr und die näheren Verhältnisse dieses Künstlers sind nicht bekannt.
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