Brügge, Rogier van

Brügge, Rogier van, ein großer, allgemeinachteter Maler des 15. Jahr- hunderts, der zweite Schüler van Eyck’s, dem der Meister das Ge- heimnis der Ölfarbenmalerei entdeckte. Man hat von ihm nur wenige Nachrichten, und diese sind nicht frei von Widersprüchen. Va- sari (Introduct. I. 21) gedenkt nur obenhin eines Ruggieri da Brug- gia, und II 4537 verwechselt er, wie nach ihm einige Andere, die- sen Künstler mit Rougier van der Weyde aus Brüssel . Van Man- der unterscheidet jedoch beide, sagt aber nur, dass Rogier van Brügge zu den ersten Meistern gehört habe, die nach dem Bei- spiele van Eyck’s mit Ölfarben gemalt, und auch grosse Wasser - und Leimfarbenmalereien gefertigt haben, um dieselben nach dem Geschmacke der Zeit, zur Ausschmückung der Zimmer anzuwenden.

Einige Nachrichten über diesen Künstler sind im Berichte des ungenannten Reisenden, den Morelli bekannt gemacht hat. Die- ser Anonymus sah in der Wohnung eines M. Zuanne Rem (Ram) ein Ölgemälde auf Holz, mit der Jahrzahl 1462, und bei Gabriel Vendramin eine heil. Jungfrau mit dem Kinde in einem Tempel von Rogier auf das Meisterhafteste in Öl gemalt.

Facius redet umständlich von diesem Künstler, Er nennt ihn ei- nen Zögling und Landsmann des Johann van Eyck, einen Mei- ster, der viele berühmte Denkmäler hervorbrachte. Zur Zeit dieses Schriftstellers fertigte van Rogier ein vortreffliches Gemälde, damals zu Genua, das ein Frauenzimmer im Bade mit ihrem Hündchen vor- stellt, und auf der Gegenseite zwei Jünglinge, welche durch eine Ritze hineinblicken und schalkhaft lächeln. Der Fürst von Fer- rara besass damals ein Flügelbild, das in der Mitte Christus am Kreuze mit Maria, Magdalena und Joseph, auf einer Seite die Vertreibung der ersten Eltern, und auf der andern einen demüthig bittenden König vorstellt. Dieses Gemälde war damals wirklich im Besitz des Leonello d’Este, Marchese von Ferrara, denn es wird auch im Fragmente des Cyriacus von Ancona (Antichità picene XV. 143) gepriesen.

Facius scheint der Meinung gewesen zu sein, dass Rogier auch in Italien seine Kunst geübt habe, und auch Lanzi sucht dieses durch ein Gemälde zu beweisen, das sich im Besitze der Familie Nani zu Venedig befindet, und einen heil. Hieronymus vorstellt. Es ist nämlich nicht auf flämisch-es Eichenholz, sondern auf Tan- nenholz gemalt. |

Nach dem Zeugnisse des Facius hatte auch König Alphons schätz- bare Bilder von unserm Künstler, namentlich eine Maria, der die

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