Boydell, Johann

Boydell, Johann, Zeichner, Stecher mit der Nadel und dem Grabstichel, und Kupferstichhändler, geb. zu Dorington 1710, gest. 1805. Er war der Sohn eines Landmessers, und wollte sich ebenfalls dem Geschäft seines Vaters widmen, als seine Neigung für die Kunst entschied. In seinem 21. Jahre verdingte er sich auf sieben Jahre zu einem mittelmäßigen Kupferstecher, Namens Tums, hatte aber diesen schon im sechsten Jahre übertroffen, so dass er es für gut fand, ihm das letzte Jahr abzukaufen. Nach Verlauf dieser Zeit, im Jahre 1745, gab er sechs kleine Landschaften heran, und brachte fast in jeder derselben eine Brücke an, so dass die Sammlung Boydell’s Brückenbuch genannt wurde. Er zeichnete und stach viele andere Ansichten von London und der umliegenden Gegend, die gewöhnlich nur einen Schilling kosteten; arbeitete auch viele Blätter nach Brooking, Berghem, Salvator Rosa u. a., von denen nicht wenige gut geraten sind. Endlich machte er eine Sammlung von allen Blättern, die er gestochen hatte, und verkaufte sie für fünf Guineen. Der Ertrag derselben legte den Grund zu seinem ungeheuern Vermögen. Boydell pflegte daher im Scherz zu sagen, dieses sei das erste Buch, welches einen Lord Mayor von London gemacht habe, denn Boydell wurde Aldermann, und zuletzt Lord Mayor. Er machte sich übrigens nicht nur selbst als Künstler einen Namen, sondern erwarb sich auch durch Aufforderung und Unterstützung anderer Künstler um den Zustand der englischen Kupferstecherei die größten Verdienste. Sein Kupferstichhandel war unermesslich, und er bezahlte oft ungeheure Summen an einen einzigen Künstler, z. B. für eine Platte nach Dominichino 4000 Pf. St. Ueberhaupt verwendete er in fünfzig Jahren 350.000 Pf. St. auf Verlagskosten. Sein Kunstpalast in Cheapside zu London war eine der größten Sehenswürdigkeiten dieser Stadt. Um die Maler auf gleiche Weise zur Nachahmung anzuspornen, begann er eine Shakespeare-Galerie, wodurch er einer der reichsten Kunsthändler wurde; in den letzten Jahren seines Lebens aber sich dennoch genötigt sah, eine Kunstlotterie zu veranstalten, da ihm der Krieg alle Hülfsquellen vom Continent abgeschnitten hatte.

Boydell gab einen Catalog seines reichhaltigen Verlaes heraus; der sich bis zu vier Folianten belief, und den Titel führt: Cata-

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