Both, Johann, berühmter Landschaftsmaler , geb. zu Utrecht 1610,
gest. 1650. Er erhielt den ersten Unterricht mit seinem Bruder An-
reas von seinem Vater, der Glasmaler war, und studirte später bei
A. Bloemaert, ohne jedoch diesen zum Muster zu nehmen, denn
er wendete sich in Italien, wohin ihn Andreas begleitete, zur Weise
des Claude Lorrain. In Rom arbeiteten beide Brüder häufig zu-
sammen; Johann malte die Landschaft und Andreas die Figuren
und Thiere, beide aber in einem Geiste, so dass diese Bilder aus
einem Pinsel geflossen zu seyn scheinen. Die Werke dieser Brü-
der sind daher auch mehr in Italien , als in ihrem Vaterlande ver-
breitet. Besonders lieblich sind die Landschaften; sie sind ausge-
zeichnet durch eine frische und reizende Farbe, unendlich schön
ist das Licht, welches das Grün derselben beleuchtet, und das
Ganze ist mit der grössten Leichtigkeit gemalt. Die Staffage des
Andreas hat viel von der Manier des Bamboccio; sie ist gut ge-
zeichnet, und hat in der Ausführung viel Feinheit, aber dasjenige,
was in den Werken dieser beiden Künstler am meisten gefällt,
ist die grosse Uebereinstimmung der Landschaft mit der Staffage.
Zuweilen ist die erstere den Figuren geopfert, ein andermal sind
diese in einem Tone gehalten, um die Schönheit der Landschaft
nicht zu beleidigen. Übrigens hat nicht allein Andreas, sondern
auch Carl du Jardin die Figuren in Both’s Landschaften gemalt.
Wir finden in den Gemälden der Brüder Both im Wesentlichen
dieselbe Richtung, welche bei Claude Lorrain mit mehr bewusster
geistiger Beziehung auftritt; die Contraste der italienischen Natur,
scharfe Bergformen und weiche Thäler im sanften Lichte der un-
tergehenden Sonne und im warmen Dufte südlicher Lebensfülle,
dies ist die Natur, welche sie vorzugsweise wählten. Nicht selten
geben sie auch weite Aussichten über Wasserflächen und Wald-
stellen, die aber so entfernt sind, dass wir nicht Anspruch auf
Ausführung des Einzelnen machen, und selbst im Vorgrunde be-
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