Borromini (Borromini), Francesco, Bildhauer und Baumeister, geb. zu Bissone , gest. 1667. Den ersten Unterricht ertheilte ihm sein Vater, ein Architekt, er kam aber in seinem zwölften Jahre schon nach Mailand , um die Sculptur zu erlernen. Nach einigen Jahren besuchte er Rom , um unter Carlo Maderno die Ar- chitektur zu studieren, wobei er aber die Bildhauerkunst nicht ver- nachlässigte, und selbst auf die Malerei verwendete er Fleiss. Nach dem Tode des C. Maderno wurde er Baumeister des St. Petersdo- mes und stand einige Zeit unter Bernini, mit dem er stets im Wett- eifer war, der zuletzt in Feindschaft ausartete. Borromini entfernte sich noch mehr vom Wege des wahren und ten Geschmackes, als Bernini, und es schien ein eigenes Ver- ängniss obzuwalten, welches zweien Männern die bedeutendsten Werke der Bau- und Bildhauerkunst übergab, die bei allem Ta- lente der Entartung der Kunst den Weg bahnten. Borromini wollte eine neue Bahn brechen, artete aber in Unnatur und Bizarrerie aus, die bei ihm einen noch höhern Grad erreichte, als bei Ber- nini. Er häufte in seinen Bauten die Verzierungen übermäßig, und nirgends durfte eine gerade Linie erscheinen. Allein zu jener Zeit des verdorbenen Geschmackes gefiel dieses, und der Künstler erlangte Ruf und Ehre. Papst Urban VIII. ertheilte ihm den Chri- stusorden und Marini pries ihn in seinen Gedichten. Dennoch war er nicht zufrieden, und vom Neide gegen Bernini getrieben, erstichtete er sich in einem Anfalle von Hypochondrie mit seinem Schwert.
Unter seine beträchtlichsten Bauten gehören: die Kirche der Sa- lute mit der concaven Facade, ein Werk von höchst bizarrer Konstruktion; das Oratorium de’ Padri della chiesa nuova; die Kirche und ein Theil des Collegiums der Propaganda; die Facade von Sta. Agnesia auf dem Piazza Navona, vielleicht sein bestes Werk, u. s. w.
Man hat von ihm einen „Trattato della cognizione prattica delle resistenze, geometricamente dimonstrate“; „Chiesa e Fabrica della Sa- lute“ in 20 Blättern, und „L’Oratorio e la Fabrica per l’Abitazione de’ Padrı di S. Filippo Neri“.
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