Bonone, Carlo

Bonone, Carlo, Maler, geb. zu Ferrara 1560, gest. 1632, Schüler von Bastaruolo, und nach dessen Tod die Carracci zu Bologna . Er studirte auch zu Rom , Parma und Venedig nach Tintoretto, Paul Veronese und Correggio, den er mit Vorliebe betrachtete; doch hielt er stets die Carraccische Manier fest, so dass erfahrene Bologneser Kenner manches seiner Bilder dem Ludovico zuschrieben; man pries ihn sogar als den Ferrarer Carracci. Dieser Irrthum konnte jedoch nur bei Compositionen von wenig Figuren statt finden, wo die Grossheit der Zeichnung, die Auffassung und Bewegung der männlichen Köpfe, die Draperie, die Wahl und Verteilung der Farben, der allgemeine Ton, die in mehreren fleißigeren Arbeiten dem Bologneser Style gar nahe kommen, wohl täuschen konnten; in seinen Rüstgemälden ahmte er aber die Carracci nicht nach, die immer sparsam mit Figuren sind, und sie durch eine ihnen eigene Anordnung hervorzuheben streben. Hier hielt er sich mehr an die Venetianer. Die großen Gastmäler, die er gemalt, deren einige Bolzoni gestochen, möchte man fast für Paul von Verona’s Erfindungen ansprechen. Berühmt ist das Gastmal Herodis in S. Benedetto, die Hochzeit zu Cana bei den Carthäusern und anderwärts zu Ferrara; vor allen aber das Gastmal Ahasveri im Speisesaale der regulirten Stiftsherren des heil. Johannes zu Ravenna . Besonders viele Gemälde von Bonone hat S. Maria in Vado zu Ferrara. Diese Arbeiten wegen wurde er bis zu Correggio und den Carracci erhoben. Er hat auch viel von dem Verfahren jener; er zeichnete sorgfältig, modellirte seine Figuren in Wachs, ordnete die Falten daran, stellte sie an nächtliches Licht, um die große Wirkung abzunehmen, wonach er mehr als die Carracci selbst trachtete. Doch vermissen Kenner an Bonone größere Genauigkeit der Zeichnung, Wahl der Köpfe, starken Farbenauftrag und gutes Verfahren in der Gründung. Trotz dieser Ausstellungen bleibt er doch immer einer der ersten, die Italien nach den Carracci sah.

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