Bonifazio, der Veroner

Bonifazio, der Veroner, ein Maler, der Titian gleich geachtet wird, und starb, in einem Alter von 62 Jahren. Vasari, Ri- dolfi und Zanetti nennen diesen Künstler einen Venezianer, Mo- relli aber entdeckte den wahren Geburtsort desselben, daher ihn denn Lanzi einen Veroner nennt. Ridolfi hielt ihn für Palma’s Schüler und Boschini für Titian’s Jünger und Nachfolger, wie der Schatten eines Körpers. Allein dieses ist unrichtig; Bonifazio war zwar Titian’s Mitarbeiter, besass aber einen freien, schöpferischen Geist, wie das Grossartige und Seelenvolle in seinen Compositionen be- weist. Er vereinigt Giorgione’s Kraft, Palma’s Zartheit und Titian’s Bewegung. In Deutschland ist dieser herrliche Künstler fast unbekannt, in Italien aber fand er neben Palma und Titian seinen Platz, dessenungeachtet werden viele seiner Bilder dem letz- teren zugeordnet. Die Behördengebäude zu Venedig haben viele Werke von ihm, und der herzogliche Palast unter andern die Ver- treibung der Verkäufer aus dem Tempel, welches Bild allein durch die Figurenmenge, das Feuer und Leben, das Colorit und die prächtige Fernung ihn unsterblich machen könnte. Vorzüglich be- rühmt sind seine aus dem Petrarca genommenen Siegesfeiern, gross- räumige Zimmergemälde, die nach England kamen. Kleine Bilder sieht man wenige von ihm. Nur die Gallerie der Akademie zu Ve-

Bedingt hat mehrere solcher Gemälde von seiner Hand. Vorzüglich sind zwei: der Heiland auf dem Throne, umgeben von David, S. Marco, S. Ludovico, S. Domenico, einer Heiligen und einem Engel am Fusse des Thrones; dann der Reiche, der einem Konzert zuhört und der arme Lazarus. Das erstere befand sich vormals im Hause des Regierungsmagistrates, das letztere bei der Familie Grimani. Schön ist auch sein Altarbild in S. Maria in Organo zu Verona. Noch ist zu bemerken, dass Orlandi und andere diesen Künstler mit Bonifazio Bembo, einem Cremoner, verwechseln, der viele Jahre früher lebte. Lanzi II 100 d. Ausg. u. a. Notizen.

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