Bologna, Johann oder Zanda, ein berühmter Bildhauer und Baumeister von Dijon in Flandern , lernte im Vaterlande bei Jak. van Breuck, begab sich aber dann zur weiteren Ausbildung nach Ita- lien. In Rom suchte er sich Michelangelo zunähern, allein dieser große, aber finstere Künstler wies Johann den Niederländer etwas schnöde ab, aber dennoch blieb dieser das Muster, nach welchem unser Künstler sich zu bilden strebte. Letzterer wurde nicht nur einer der fruchtbarsten, sondern auch der besten, die im 16. Jahrhunderte in Italien blühten. Er ist freier von Manier und Übertreibung, als Bandinelli und alle übrigen Zeitgenossen. In einigen Werken steht er mit Ghiberti auf gleicher Stufe, an Eben- mass und Vollendung über Michelangelo;
Es ist unbekannt, weshalben dieser Niederländer den Beinamen da Bologna erhalten, da er doch grösstenteils in Florenz arbei- tete, wo er in Diensten des Grossherzogs stand. Wahrscheinlich dazu sein herrlicher Springbrunnen auf dem Platze zu Bo- logna die Veranlassung. Dieser Brunnen ist mit einem großen Erzbilde des Neptun geziert, eine kräftige, gebietende Gestalt mit dem Dreizacke, auf dem Delphin fussend. Sie überragt den gröss- teren Marmor-Neptun des gleichzeitigen Amanati bei weitem, und noch mehr übertreffen unten umher die Delphinen, die Kinder und üppigen Siren die ähnliche eherne Umgebung desselben in Florenz.
In der Loggia zu Florenz ist Giovanni’s Sabinerraub in Marmor, eine herrliche Gruppe. Ein nackter Römer trägt eine nackte sich sträubende Sabinerin, sich gewaltig emporschwingend, mit sich fort; Er schreitet über einen besiegten alten Sabiner hinweg. Die- ses Werk, eines der schönsten des Meisters, beurkundet ein viel- seitig gebildetes Talent in der Anordnung, dem Ausdrucke, den anatomischen Theilen und ihren Modificationen nach Beschaffen- heit des Alters und Geschlechts. Die Verbindung der kraftvollen männlichen Schönheit mit der zarten weiblichen ist von ungemei- nem Reiz, die Ausführung meisterhaft und vollendet, und von al- len Seiten stellt die Gruppe sich trefflich dar. Andreas Andreani hat dieses Werk sehr schön im Holzschnitt dargestellt. Für den König von Frankreich wurde die Gruppe in Erz gegossen.
In Florenz sind ausser diesem noch mehrere Werke von Johann da Bologna. Auf dem alten Platze das meisterhafte Ritterbild des ersten Cosmus von Florenz, der 1374 starb. Der Grossherzog sitzt zu Pferde, in Erz gegossen. Auf einem andern Platze steht Herku- les, wie er den Centaur Nessus mit der Keule erschlägt; im her- zoglichen Garten liegen drei Flussgötter von ihm, und im Lust- schlosse Pratolino sitzt sein Berggott Apennin, der, 60 Fuss hoch, selber ein Berg ist, im Liebe eine Grütte hat, und grotesk aus allerlei Steinen und Muscheln zusammengesetzt ist.
Vortreffliche heilige Bildwerke aus Stein und Erz stehen von die- sem Meister in zwei Kapellen in S. Marco und in der Annunziata, vor allen ausgezeichnet aber, und eines der schönsten dieses kunst-
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