Boissieu’s Werke wurden von Chaillou-Potrelle, Dom. Artaria,
Yrauenholz, von ihm selbst u. a. verlegt. Ersterer brachte zu Pa-
ris sämmtliche Platten des Künstlers käuflich an sich, und veran-
staltete 1823 eine neue Ausgabe sämmtlicher Werke desselben,
worunter sich acht bis dahin unbekannte Blätter befinden. Der
Kaufmann Hertel zu Nürnberg besitzt eine vollständige Sammlung
seiner Werke, die sich durch Schönheit und Reinheit auszeichnet.
Mehrere sind von ungemeiner Seltenheit und andere auf chinesi-
schem Papier abgezogen.
Zu den vorzüglichsten und gesuchtesten Werken des Künstlers
gehören:
Die grossen Charlatane, ein Blatt mit 4 Figuren, nach K. Du
Jardin; H. 9 Z. 4 L., Br. 12 Z. 4 L.
Die ersten Abdrücke sind vor der Inschrift und vor den
Initialen 1. I. D. B. und der Jahrzahl 1772.
Die ruhenden Mäher, 12 Figuren, nach Van de Velde; H. 9 Z.
18 L., Br. 13 Z. 5 L.
In den ersten Abdrücken ist die Hose des Mähers, welcher
in der Ecke links liegt, nicht mit der kalten Nadel überarbei-
tet, daher man diese die Abdrücke mit der weißen Hose nennt.
Beide Blätter wurden bei Rigal um 76 Fr. bezahlt.
Der grosse Wald, mit Holzhauern, die einen Baum fällen; H.
16 Z. 9 L., Br. 21 Z. 7 L. Selten. Galt bei Rigal 135 Fr.
Der heil. Hieronymus neben einem Baume schreibend, 1797.
Die Figur ist nach Spagnolet gefertigt, und der Grund de Bois-
sieu’s Erfindung; H. 16 Z., Br. 11 Z. 7 L.
Die flussenden Kühe, die ein Hirt durch den Fluss treibt; H. 14 Z.
2 L., Br. 17 Z. 8 L.
Der Maler in seinem Atelier, 1780; H. 9 Z. 3 L., Br. 12 Z. 6 L.
Im Cabinet Claussin ist ein Aetzdruck, wo man zur Rechten
des Malers ein Kind sieht. Dieser Abdruck ist einzig, auf
allen andern fehlt das Kind.
Der Regelspieler beim alten Thore von Vaize zu Lyon, 1803;
H. 9 Z. 3 L., Br. 13 Z. 0 L
Boissien, Jakob de.
Eine ländliche Gesellschaft von 13 Figuren beim Kamin-Feuer, 1800; H. 8 Z. 4 L., Br. 12 Z. 2 L.
In den ersten Abdrücken hat das Scheidewasser im Hinter- grunde links nicht gehörig gewirkt; in den zweiten ist nach- geholfen. Bei den späteren ist die Roulette angewendet.
Das Bildnis des Künstlers, 1796; H. 10 Z. 8 L., Br. 8 Z. 6 L. Im ersten Drucke hält er eine Zeichnung mit einem weibli- chen Kopfe, in dem zweiten eine solche mit einer Landschaft. Die reinen Aetzabdrücke mit dem Porträt vor der Rouletten- arbeit sind äußerst selten. Die Mühle, nach Ruysdael, 1782; H. 11 Z. 2 L., Br. 15 Z. 7 L. Die Kinder, welche Seifenblasen machen, 1700; H. 10 Z., Br. 14 Z. Pabst Pius VII. segnet die Kinder, 1805; H. 10 Z., Br. 8 Z. Der äussere Keller, 1790; H. 9 Z. 6 L., Br. 14 Z. 1 L. Der Kingang in das Dorf Lentilly; H. 9 Z. 10 L., Br. 14 Z. Eine besondere Erwähnung verdienen noch: Die Väter der Wüste. St. Franz ist nach Spagnolet, das übrige nach des Stechers eigener Erfindung. Man hat von diesem Blatte auch reine Aetzabdrücke, und in den ersten vollendeten fehlt in der Inschrift das Wort „desert.“ Die Mönche im Chore, 1705. Der öffentliche Schreiber.
Man hat davon auch Aetzabdrücke vor der Roulette. Die Eremitage, 1793.
In den ganz ersten Abdrücken fehlt der Himmel, und in denjenigen, welche darauf folgen, fehlen die Schraffuren links und in der Mitte des Himmels.
Der Hufschmied, 1808.
Die Abdrücke von der rauhen Platte, wo sich die Spuren des Schabers zeigen, sind äußerst selten.
Der Alte, welcher den Kindern Unterweisung in der Botanik gibt; ein seltenes Blatt.
Die ersten Abdrücke sind auf Seidenpapier.
Der Blinde, welcher auf der Hoboe bläst, 1782. Gegenstück zum Maler.
Man hat auch reine Aetzabdrücke.
Der arme Alte, sitzend mit dem Hute auf den Knien, ein effekt- volles Blatt, mit der Roulette vollendet.
Die kleine Schulmeisterin, das Gegenstück zum kl. Schulmeister.
Die Abdrücke sind sehr selten, weil der Künstler die Platte vernichtete. Boissieu’s Magd, en buste, 1770. Selten. Der Alte mit der Drehorgel. Man hat zwei Platten mit dieser Vorstellung, auf der einen spielt der Alte mit der linken, auf der andern mit der rechten Hand. Ein Blatt mit 13 flüchtig hingeworfenen Köpfen, 1770. Sehr selten. Der Künstler stach mehrere Blätter mit Studien von Köpfen. Zu erwähnen ist noch eines mit drei sehr genau ausgeführten Köpfen, von denen einer lacht, der andere weint. Der Hirt mit zwei Kühen, nach Ruysdael, 1800. Man kennt auch reine Aetzabdrücke, und die ersten vollen- deten sind vor Artaria’s Adresse. Der Jäger, nach Winants, 1806. Die Aetzabdrücke sind von der ungesäuberten Platte gezo- gen, und die ersten vollendeten sind vor Artaria’s Adresse. Dieses Blatt galt mit dem vorhergehenden bei Palliere 108 Fr.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_nAVVAAAAcAAJ