Boethius oder Boetius, Christian Friedrich, Zeichner und Kupferstecher mit dem Grabstichel und der Nadel, auch Maler, geb. zu Leipzig um 1700, gest. zu Dresden nach Einigen , nach Andern 1783. Man wollte einen Barbier aus ihm machen, allein seine Neigung zur Kunst behielt die Oberhand. P. C. Zink und C. A. Wortmann waren hierin seine Lehrer, aber nur sein eigener Fleiß und seine Beharrlichkeit führten ihn der künstlerischen Vollendung entgegen. Als Maler lieferte er angenehme historische Darstellungen, die sehr beliebt waren; zahlreicher aber ist sein Kupferwerk. Verschiedene seiner Blätter sind in Tusch - und Zeichnungsmanier, besonders schön sind seine Bildnisse in weiß- und schwarzer Kreidenmanier; z. B. das des Ritters Mengs, die von Hutin, Casanuva und sein eigenes. Das Hauptblatt dieses Künstlers ist Maria mit dem Kinde, zu deren Füßen die Familie des Baslers Jakob Mayer kniet, gr. Fol., nach Holbein’s schönem Gemälde in der k. Gallerie zu Dresden. Er stach auch die berühmte Nacht des Correggio, allein von diesem Blatte gibt es nur drei Abdrücke, indem die Platte mit allen übrigen Effekten des Künstlers in einem Bombardement zu Grunde ging. Ein mit ausserordentlichem Fleisse und Zartheit ausgeführtes Blatt ist: Carabetier des Chasseurs nach Wouwermans, Fol. Andere schöne Blätter des Künstlers sind noch:
Der Distillator, nach D. Teniers, Fol.
Der gute Familienvater, nach Schenau, Fol.
Eine Landschaft mit einer Kuh und einem Schaf, nach C. du Jardin, Fol., 1764.
Das Innere eines Wirthshauses mit einigen Eseltreibern, nach Th. Wyck, Fol.
Eine Frau mit einem Kohlentopfe, in welchem ein kleiner Knabe bläst, nach Rubens, Nachtstück in Fol. etc.
Boethius bekleidete die Stelle eines Hofkupferstechers. Basanrn nennt ihn irrig Carl Franz, daher denn Strutt zwei Künstler aus ihm machte.
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