Civitali, Matteo, Bildhauer und Maler, geb. zu Lucca 1435,
gest. 1501. Dieser Künstler soll bis in sein vierzigstes Jahr Bar-
jer gewesen sein, und erst dann angefangen haben, die Kunst zu
erlernen, wie J. P. Paggi in seinen Briefen an Girol. Paggi er-
zählt. Allein es ist ein Irrthum, wenn man den Civitali erst im
vierzigsten Jahre sich der Kunst widmen lässt, denn setzte
der Künstler schon seinen Namen auf das Grabmal des Pier da
Noceto, und zu dieser Zeit war er 37 Jahre alt, da mit Sicherheit
als sein Geburtsjahr genommen werden darf. Auch Baldinucci
erzählt dem Paggi und dem Vasari diesen Irrthum nach. Civitali
muss im Gegentheile sehr früh sich der Kunst gewidmet haben,
denn es sollen von dem neunjährigen Matteo in der Capelle del
Volto Santo in St. Martin acht Gesichter herrühren; Auch seinen
Lehrer kennt man nicht, denn die Angabe, dass Jakob della Quer-
cia ihn unterrichtet habe, ist falsch. Jacopo lebte nicht mehr, als
Civitali das Licht der Welt erblickte. Sein Meister ist also nicht
zu bestimmen, aber die Werke, welche der Künstler hinterließ,
weisen ihm eine Stelle unter seinen vorzüglichen Kunstgenossen an,
sowohl in Hinsicht auf den Geschmack der Ausführung, als auf
die Anwendung der Regeln der Kunst.
Sein beträchtlichstes Werk ist das Mausoleum des Pietro da No-
ceto, päpstlichen Secretairs, das mit: OPUS MATHAEI CIVITALI
1472 bezeichnet ist. Hier ist Ebenmaß und Eleganz mit Reich-
thum und Adel vereinigt. Es ist bei Cicognara II. tav. XVIII.
abgebildet.
In der Capelle des Schweisstuches in S. Martino zu Lucca ist
von ihm die Statue des heil. Sebastian, welche Vasari für das
Meisterwerk Civitali’s erklärt. Sie erinnert an einen gemalten Sebastian
des Perugino.
Für die Johannes Capelle der Kathedrale zu Genua fertigte er
die Statuen von Adam und Eva, Zacharias und Elisabeth und jene
zweier Engel, lauter Werke von ungemeiner Zierlichkeit, wie die
obigen. Keine besondere Erwähnung verdienen die Basreliefs am
Altare des heil. Regulus in der Kathedrale zu Lucca, großartige
Werke, welche der Künstler 1484 vollendete. Die Enthauptung
des heil. Johannes und die Uebergabe des Hauptes desselben an
die Herodias ist bei Cicognara II. tav. 10. abgebildet, und der Tod
des heil. Sebastian aus derselben Capelle ist tav. 24. in Kupfer ge-
bracht. Auf tav. 19. sind überdies noch die Statuen des heil. Re- gulus und jene Adams abgebildet.
Civitali ist einer der ausgezeichnetsten Bildhauer seiner Zeit, und er wird von Einigen dem spätern Michel Angelo gleichgeachtet, Seine Arbeiten sind fein ausgearbeitet, aber etwas trocken.
Seiner wird erwähnt von Santo Quintino in den Osservazioni sopra alcuni antichi monumenti di belle arti nello stato Luchese, in Cicognara’s Storia dalla scultura, und in Trenta’s Memorie sulla storia delle belle arti in Lucca. Im Jahre 1826 gab der Marquis Anton Maz- zarosa Lezioni intorno le opere di scultura et d’architettura di M. Civitali heraus.
Es gibt noch andere Künstler dieser Familie: Masseo, der Enkel Matteo’s war Bildhauer und Architekt, so wie Nicolao, der 1353 starb, Ein Bildhauer und Architekt Vincenzo di Masseo d’Antonio wurde 1545 geboren, und Giuseppe di Masseo, ein geschickter Ci- vil-Ingenieur, starb 1574 im 63. Jahre, Dieser gab eine Geschichte von Lucca heraus. Vincenzo Civitali, der Sohn des Nicolao di Matteo, wurde 1523 geboren und Ingenieur und Kriegsbaumeister.
Civitella, prertus. S. Cesar Roberti.
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