Cignaroli, Gianbattista (Joh. Baptist)

Cignaroli, Gianbattista (Joh. Baptist), Historienmaler , geb. zu Ve-
rona 1706, gest. 1770. Dieser Maler, der zu seiner Zeit als der
erste in Italien glänzte, bildete sich in der Schule des Santo Pru-
nati und Anton Calza, studierte aber auch Paul Veronese und Cor-
reggio, wodurch er sein manieriertes Colorit etwas verbesserte, und
sein Helldunkel gründlicher wurde. Dennoch ist sein Fleisch wegen
des vorherrschenden Grün und Roth nicht ganz angenehm und
wahr, und auch sein zuweilen außerhalb der Grenzen des Natür-
lichen gesuchtes Helldunkel tut eine Wirkung, welche mehr das
Auge als den Verstand befriedigt. Auch in der Zeichnung ver-
misst man häufig Correktheit, und in gewissen Bewegungen, in
einer gewissen besonnenen Composition, Wahl und Annäherung
der Farben, jedoch nicht in ihrem richtigen Tone, gleicht er eini-
germassen dem Carlo Maratti. In den Motiven hat er oft etwas
Neues, und auch die architektonischen Beiwerke und die Land-
schaft gebraucht er auf eine nicht alltägliche Weise. In die meist
heiligen Compositionen flicht er Engelscherze und allerlei erhei-
ternde Vorfälle ein. Sicherlich, sagt Lanzi II. 234 deutsche Ausg.,
hatte er einen glücklichen Genius, und eben so glückliche Zeiten,
sich hervorzuthun. Er malte für viele Fürsten, folgte aber keiner
Einladung an ihre Höfe; gleichwohl waren seine Preise die eines
Hofmalers. Wandbilder malte er nicht seiner Gesundheit wegen,
nur in dem edlen Hause Labia in Venedig ist eine jugendliche
Probe dieser Art. Die Anzahl seiner Ölbilder aber in den Städten
Italiens ist bedeutend. Schön nennt Lanzi eine Reise der heil. Fa-
milie nach Ägypten in St. Antonio Abate zu Parma, wo die Wan-
derer auf einem engen Stege erscheinen. Eines seiner ersten Werke
ist der sterbende heil. Martin in der Kirche des Heiligen zu Trient,
und einige andere Bilder von ihm sind im Museum zu Innsbruck.

Cignaroli war ein gelehrter Maler, der über seine Kunst ein-
sichtsvoll und gut, aber nur wenig schrieb. Seine Denkwürdigkei-
ten sammelte und gab P. Ippolito Bevilacqua dell’ Oratorio 1771
heraus, und seinen Ruhm priesen in freier und gebundener Rede
mehrere Gelehrte; es erschien davon 1772 eine eigene Sammlung.
Daraus ergibt sich, dass wenige Maler bei Lebzeiten von Grossen
so geehrt wurden, als er, besonders von Joseph II., welcher sagte,
er habe in Verona zwei Seltenheiten gesehen: das Amphitheater und
den ersten Maler Europas.

Gianbattista Cignaroli hat auch eine schlafende Venus nach D. Valesi geätzt.

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