Chambers, William

Chambers, William, ein Schwede von Geburt, kam in früher Jugend nach England , und erreichte dort den Ruf des besten englischen Baumeisters. Er wurde in seinem 18. Jahre als Supercargo auf einem Schiffe der Schwedisch-Ostindischen Handelsgesellschaft nach China geschickt, wo er Gelegenheit hatte, die Architektur und Gartenkunst der Chinesen genauer zu untersuchen, wovon er in der Fulge so grosse Vortheile zu ziehen wusste, dass er seinen ganzen Schriftsteller- und Künstlerruhm darauf gründete. Als er

von dieser Reise nach London zurückgekehrt war, folgte er ganz allein seinem Hange zur Baukunst, und war so glücklich, durch einige nette Zeichnungen sich dem Lord Bute zu empfehlen, der ihm die Stelle eines Zeichenmeisters bei dem Prinzen von Wales verschaffte. Sein erstes Werk von Belang war Lord Besborough’s Villa zu Rochampton, worauf er seine Zeichnungen zur chinesischen Baukunst (Designs of Chinese buildings, furnitures, dresses etc. -4758; fol.) und im folgenden Jahre sein Hauptwerk über Civil- Baukunst herausgab: „A Treatise on civil Architecture“ und „A Treatise on the decorative part of civil Architecture“, beide Werke mit Kupfern und in grossem Formate. Nach der Thronbesteigung des Prinzen von Wales wurde ihm die ganze neue Anlage der Gärten zu Kew übertragen, wo er Ge- legenheit fand, seine Liebhaberei für den chinesischen Stil auf Kosten des reinen Geschmackes zu befriedigen. Er machte seine mit ungeheuern Kosten ausgeführten Orientalismen selbst in einem prächtigen Werke bekannt: „Plans, Elevations, Sections and per- spective Views of the Garden and Building at Kew in Surrey. 1763. fol.“ Zu den bei diesem Werke befindlichen Kupfern nach Chambers Zeichnung vereinigten sich die größten Künstler. Im Jahre 1769 erschien eine zweite Auflage, obgleich es von allen Seiten Spottregen auf den Pagoden-Geschmack des k. Baumeisters regnete. Dieses bewog ihn, 1772 eine eigene Abhandlung über orientalische Gartenkunst herauszugeben („Dissertation on oriental gardening“. 4.), die im folgenden Jahre schon wieder aufgelegt und mit einem sonderbaren Zusatz begleitet wurde („an explanatory discourse by Tan Chan qua .of, Quang Chew Fu.“). Der Federkrieg dauerte noch einige Zeit fort, wobei es nicht an witzigen Produkten fehlte. Besonders ist die Burleske „Masun’s“ zu erwähnen, die unter dem Titel: „An heroic epistle etc.“ erschien. Der König liess sich übrigens gegen seinen Liebling nicht irre machen und trug ihm 1775 die Vollendung von Somersethouse auf, einem der schönsten Palläste Londons, über den anfangs die Stimmen sehr geteilt waren, und daher sagt Fiorillo, dass dieses Gebäude „Chambers‘ Ruhm und Tadel auf die Nachwelt bringen wird. Er genoss bis an seinen Tod (1796) das Zutrauen des Königs, dessen Contrôleur im Baufache er war. Zugleich war er Mitglied der berühmtesten Akademien Europas. Den Deutschen ist er am meisten durch seine Schrift über orientalische Gärten bekannt, die Ewald 1775 ins Deutsche übersetzte, und Hirschfeld in seiner Theorie dieser Kunst scharf bemerkte. Man hat von ihm auch eine Beschreibung der merkwürdigen Pagoden bei Mayalipuram, und kennt ihn als Teil- nehmer am „den von W. Jones seit 1785 herausgegebenen asiatischen Miscellen.“ Ta. 4M a

Außer den bereits erwähnten Gebäuden hatte Chambers einen Teil der Blackfriars-Brücke und in Verbindung mit den Baumeistern Adams die Adelphi-Buildings aufgeführt.

Er wurde mit vieler Pracht im Poetenwinkel in der Westminster- abtei begraben. Ea

Ueber die Lebensumstände dieses Künstlers s. „European Magazine“ von 1790, wo man auch sein Portrait von Bromley gestochen findet. Die besten Nachrichten finden sich im Obituary im Gentleman’s Magazine, 1790 pag. 2509 und in dem ausländischen Illustrierten im Intelligenzblatt der allgemeinen Literatur-Zeitung. von 1790. 51.

Schliesslich bemerken wir noch, dass sein „Treatise on civil architecture“ 1820 zu London mit Anmerkungen von J. Gwilt in 2 Bänden in gr. 4. erschien, die vollständigste Ausgabe dieses trefflichen Werks.

Kes. Auch der Treatise on the decorative part of civil architecture gab J. B. Bapworth aufs Neue in gr. 4. heraus.

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