Cephisodotus oder Cephissodotus, der ältere, ein Bildhauer, wahrscheinlich aus Athen .
Dieser Künstler, welcher älter als der Sohn des Praxiteles zu seyn scheint, blühte Ol. 1402, oder, wie O. Müller will, von Ol. 07 — 104. Er war Zeitgenosse des Phocion und Demosthenes, und ersterer hatte die Schwester dieses Cephisodotus zur Frau. Werke von seiner Hand sind Merkur mit dem Kinde Bacchus und die Statue eines Redners mit gehobener Hand, nach welchem wahrscheinlich der sogenannte Germanicus gebildet worden ist. Zu Megalopolis bildete er mit Xenophon im Tempel des Jupiter die thronende Statue des Gottes, und zu einer Seite Diana Sospita und zu der andern die personifizierte Megalopolis selbst, beide stehend und aus pentelischem Marmor.
Nach Hirt (Gesch. der b. K. bei den Alten S. 210) lässt sich diesem Cephisodotus auch die Statue der Friedensgöttin zuschreiben, die auf ihrem Schoße den Plutus trug, eine Darstellung, wovon auch sein Gehülfe Xenophon die Idee benutzte, um zu Theben das Bild der Fortuna, das Kind Plutus auf dem Arme trä- gend, vorzustellen.
Jene Gruppe der Friedensgöttin war zu Athen auf dem Forum neben den Stammheroen der Athener aufgestellt. Nach dem be- zeichneten Schriftsteller muss man diesem alten Cephisodotus auch die wundervolle Statue der Minerva am Hafen Piräus und den eben so bewunderten Altar vor dem Tempel des Jupiter Stator allda zuschreiben, ein Werk, das Demosthenes machen liess. Noch sind zu nennen die Statuen der Musen auf dem Helikon, wo er mit Strongylion und Olympiosthencs in die Wette arbeitete.
Einige Handschriften haben die Leseart Cephisodorus, die Archäo- logen haben aber in Cephisodotus die richtige Schreibart erkannt, S. Sillig Cat. artif. und Thiersch Epochen S. 291. II. Aufl.
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