Castagno, Andrea del, Geschichtsmaler, geb. zu Mugello im Floren- tinischen, 1406 oder 1409, starb um 1477 im 74. Jahre. Castagno ist ein Zeitgenosse des C. Rosselli, er neigt sich aber mehr zu der Richtung des Masaccio, wenigstens in Bezug auf schärfere und strengere Modellirung, wenn er auch die großartige Einfalt und Würde jenes Meisters auf keine Weise erreicht. Eine bunt-phantasiereiche Compositionsweise und eine gewisse Strenge, die sich im Einzelnen bis zum Düstern steigert, bezeichnen die Eigenthümlichkeit seiner Werke. Er war einer der Ersten, die in Toscana die Oelmalerei übten, aber auf ihm ruht eine schwere Schuld. Er hat den Dom. Veneziano, dem er das Geheimniss der Oelmalerei zu entlocken wusste, ermordet, um keinen Neben- buhler mehr zu haben. Der Verräter wusste seine That wohl zu verbergen, wesswegen viele Unschuldige in Untersuchung kamen, Erst am Vorbette entdeckte er seine Schandthat.
Lauzi zählt diesen Künstler wegen seiner Lebhaftigkeit, wegen der Geschicklichkeit in der Zeichnung und in der Perspektive, und wegen seiner Fortschritte in Anwendung der Verkürzung unter die Ersten seiner Zeit. Im königl. Museum zu Berlin sind verschiedene Bilder von ihm, jedoch in Tempera gemalt. Die besten
Werke. Castagnoli’s sind untergegangen; eines ist in „St. Lucia de Maguoli und im Kloster der Gegenwart ein; Gegenwartsgemälde unter meh- reren Heiligen auf einer Wand. Im Jahre 1478 malte er das Gemälde der Hinrichtung der gegen die Mediceer verschwornen Flo- renliner, wovon er auch den Beinamen „da Belli“ erhielt. Man bewunderte dieses Werk wegen der Bewegung und des cha- rakteristischen Ausdruckes.
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