Carriera, oder Cariera, Rosalba, berühmte Malerin, geb. zu Venedig 1675 (nicht 1672), gest. daselbst . Sie lernte anfangs die Öl- und Miniaturmalerei unter J. A. Lazzarini, Diamantini und zuletzt bei A. Balestra, gründete aber ihren Ruhm später besonders im Pastell , worin sie zu einem grossen Vollkommenheit brachte. Sie wusste ihren Pastellbildnissen vollkommene Ähnlichkeit zu ver- leihen und ihnen fast die Kraft der Ölgemälde zu geben. Dabei sind sie mit Anmuth und Leichtigkeit ausgeführt. Sie wurde an die Höfe zu Wien und Versailles berufen, malte Kaiser Karl VI. und den ganzen kaiserlichen Hof, und auch den König von Frankreich bildete sie ab. Später kam sie nach Venedig zurück, und jetzt war bereits ihr Ruf so gross, dass selbst der König von Polen , der Churfürst von Bayern , der Prinz von Mecklenburg und andere vornehme Personen ihre Bekanntschaft suchten. Die Akademien zu Rom , Bologna und Paris nahmen sie unter die Zahl ihrer Mitglieder auf.
Rosalba malte nicht allein Bildnisse, sondern auch anmutige Madonnen und andere Gemälde religiösen Inhalts, frische Bilder, die ausser der Reinlichkeit und Schönheit der Farbe und der edlen Zeichnung auch den Vorzug haben, dass sie durch das Alter wenig oder nichts einbüßen. Dresden besitzt 157 Stücke von dieser Künstlerin.
Ihr Leben scheint nicht ruhig gewesen zu sein. Sie hatte häufig Anfälle von Traurigkeit, und unter tausend Bildern der Freude erfüllten sie auch Grabgedanken. Sie machte einst ihr eigenes Bildnis mit einem verwelkten Kränzchen umgeben, und nannte dieses das Bild der Tragödie, das Vorbild ihres traumigen Todes. Musik war ihre Lieblingserholung, selbst dann noch, als sie das Ende ihres Lebens erblindete.
Während ihres Aufenthaltes in Frankreich schrieb sie ein Tagebuch, das unter dem Titel „Diario degli anni 1720 et 21, scritto da Ros. Carriera a Venezia“ mit Anmerkungen von Dom. Giov. Viapelli, in 4, erschien.
Es wurden nach dieser Künstlerin auch mehrere schöne Blätter von Wilson, J. E. Haid und Sinzenich gestochen, theils in Schwarz- kuunst, theils in Zeichnungsmanier.
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