Carpi, Girolamo da, auch Girolimino und nach seinem wahren Familienamen Girolamo Gragssi, Maler von Ferrara, geboren 1501, gest. 1550 nach Vasari, 1560 nach Baruffaldi. Er lernte bei sei- nem Vater Thomas, kam aber später in Garofalo’s Schule, dessen Geselle er 1520 war. Von da ging er nach Bologna, wo er viele Bildnisse zu malen bekam, bis er dort ein Bildchen von Correggio sah, sich in diesen Stil verliebte und alles copirte, was er von diesem Meister in Modena und Parma auftreiben konnte. Fiorillo II. 228 folgert daraus, dass die vielen angeblichen Wiederholun- gen der Bilder Allegri’s wahrscheinlich von Girolamo sind. Ausser Correggio hat er auch Rafael und Parmigianino nachgeahmt; von letzterem hat er, nach Lauzi, die herrlich aufgegürteten und ver- brämten Gewänder und die Kopfstellungen, die jedoch gründlicher, als lieblich scheinen. Er malte in Bologna mit Pupini und allein in S. Salvatore eine Madonna mit St. Roch und andern Heiligen und in S. Mar- tin in kleinen Figuren eine Erscheinung, die, nach Lanzi, an Liebreiz mit dem Besten verglichen werden kann, was Rom und die Lom- bardei hierin hat. In Ferrara malte er mit dem Meister nach sei- ner Zurückkunft mehrere Wandbilder, besonders in der Palazzina des Herzogs und bei den Olivetanern. Im Jahre 1534 stellte er al- lein in einem Säulenigange des herzogl. Palastes di Copario die Estenser Fürsten dar, eine Arbeit, die durch die wohlgetroffenen Bildnisse, die Verzierung der Einfassung, durch die Landschaften und Fernen unserm Künstler Ehre macht. Titian selbst hat Carpi dem Fürsten Ercole II. zu diesem Unternehmen empfohlen, als er Ferrara besuchte.
Die Ölbilder da Carpi’s sind höchst selten; das Pfingstfest in S. Franzesco zu Rovigo, der heil. Antonius zu S. Maria in Vado in Ferrara sind die reichsten, und wohl auch berühmtesten, die er ge- liefert. Vorzüglich ist daselbst ein Gemälde im Dome, das ein Wun- der St. Antonio’s vorstellt. Ein Säugling fängt nämlich zu spre- chen an, und überzeugt dadurch einen Eifersüchtigen, dass er der Vater dieses Kindes ist. Dieses Bild wird in den Reisen in Italien seit 1822, S. 325 erwähnt.
Auch in Sammlungen ist dieser Künstler selten. Sein Fleiss, die Aufträge seiner Fürsten, das Studium der Baukunst, in welcher er dem Pabste Julius II und dem Herzog Ercole II. diente, sein nicht gar langes Leben gestatteten ihm nicht, viele Cabinetstücke zu
hinterlassen. Sein einzig bekannter Schüler, H. Costa, führte zu Mantua Verschiedenes nach seinen Cartons aus. Lanzi IM. 2413 d. Ausg. Moehrcre italienische Schriftsteller erwähnen dieses Künst- Jers mit grossem Lobe, besonders Canani in dem seltenen Werke: Musculorum humani corporis picturata dissectio,
Alessandro, ein Maler, der um die Mitte des 16. Jahrhun- derts arbeitete. Man kennt keine sicheren Werke von ihm und auch seine Lebensverhältnisse sind unbekannt.
Ein Gleiches verhält sich auch mit einem Ferrareser Carpi, der im 15. Jahrhundert als Zeitgenosse der Coda und Cotignola lebte. Er wird im Catalogo storico dei pittori etc. del Citadella erwähnt.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_nAVVAAAAcAAJ