Carlone, Giovanni, Sohn des Taddeo und sein und Peter Sorri’s
Schüler, ging bald nach Rom und hierauf nach Florenz , wo er von Passignano geleitet ward. Carlone kam früh zu grossem Ruhme; er ist gross in Auffassung geschichtlicher Handlungen, genau und anmutig in der Zeichnung, tief und erwägsmäßig im Ausdruck, ganz ausgezeichnet aber im Colorit von Wandgemälden. Er folgte der Art Tavarone’s, suchte ihn aber in seinen Bildern noch zu über- treffen; er ist auch in Umrissen genauer, und in der Anordnung mannigfaltiger und reicher. .
—__ In der Nunziata del Guastato sind Bilder von ihm und seinem Bruder. Von dem ersteren das Mittelschiff, ein herrliches Denk- mal der Kunst. Seine Arbeit in der Theatinerkirche zu Mailand konnte er nicht vollenden, denn es raffte ihn 1630 der Tod in einem Alter von 53 Jahren dahin. Lanzi II 277 d. Ausg,
‘'Carlone, Giovanni Battista, ebenfalls Maler und Schüler Passigna-
no’s, wie sein erstgeborner Bruder Giovanni, dem er in den Grund- sätzen folgte und als Gehülfe zur Seite stand. Von ihm sind die Malecreien des kleineren Schiffes in der Nunziata del Guastato,. Man findet hier ein mit reicher Phantasie, Liebe und Fleiss ausgeführt- es Werk; gedankenreiche und neue Zusammenstellung, mannigfal- tige und beseelte Kupfer, entschieden umrissene und von ihrem Grunde sich ablösende Gestalten, liebliche, leuchtende und noch jetzt frische Farben, Lanzi sagt, er habe an andern italienischen
P Sala
Malern eine so neue, reizende und schmeichlerische Kunst des Colorits nicht gesehen. Carlorie trug seine Tinten auf trockenem Grund auf, wenn er Wände und Zimmerdecken malte, nachdem er darunter einen Tintenüberzug gelegt hatte, der sie vor Ralk schützte. Sie waren mit höchst zarten Pinselzügen und wunderba- rer Gleichförmigkeit aufgetragen, daher seine Kalkmalereien wie Ölgemälde aussehen. Dieses Lob ertheilt ihm Ratti und Mengs; urtheilt ziemlich ebenso.
Unter seine schönsten und neuesten Arbeiten werden die geschicht- lichen Bilder der Capelle des königl. Palastes gezählt; ferner das Entdecker Columbus, die auf Sicilien gemalte; Justiniana, die nach Genua gebrachte Asche des Vorläufers und andere ligurische und vaterländische Begebenheiten. Seine Arbeiten, sowohl in Fresco als in Öl, sind höchst zahlreich, alle mit Meisterschaft in Colorit und Zeichnung, mit Schnelligkeit und Richtigkeit ausgeführt.
Giov. Battista starb 1680, etwa 85 Jahre alt, und verlor weder die Geisteskraft, grosse Gebilde zu erfinden und sie mannigfaltig darzu- stellen, noch die Freiheit der Hand, sie mit fast unvergleichlich sicherer Obmacht über den Pinsel zu behandeln. Lanzi III. 277 d. Ausg. W. M. N.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_nAVVAAAAcAAJ