Caraffe, Maler und trefflicher Zeichner, der sich bereits im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts Ruf erworben hatte, Von Geburt ein Franzose kam er als Pensionär der französischen Akademie nach Rom , studirte da nach den besten Mustern und genoss nach seiner Rückkunft die Achtung eines geschickten Künstlers, die er durch seine Reisen noch mehr erhohte. In Petersburg wurde er am Hofe mit Auszeichnung empfangen und von der Kaiserlichen Familie beschenkt. Die Eremitage besitzt Werke von ihm, beson- ders allegorischen Inhalts, denen Zartheit des Gefühls nicht abge- sprochen werden kann, die aber dennoch weder durch das Geist- volle, noch durch Behandlung des Lichtes befriedigen. Er bereiste
auch die Türkei , und verfertigte da 30 colorirte Zeichnungen, welche türkische Sitten, Gebräuche und Ceremonien sehr interes- sant darstellen, und daher allgemeinen Beifall erhielten. Nach Fiorillo’s Angabe wurden sie auch in Kupfer geätzt.
Caraffe besass ein ‚schönes Talent zur Darstellung allegorischer
Nägler’s Künstler-Lex. II Bd, 23
Gegenstände, die damals der französische Geschmack hielt. Zu Paris , wo er noch 1803 lebte, bis zu seiner Reise nach Petersburg, erhielten einige grossen Beifall, z. B. die Hoffnung, welche den Unglücklichen bis an den Rand des Grabes aufrecht erhält, gest. von Desnoyers; die Liebe, die von der Jugend und den Grazien verlassen, sich bei der Freundschaft tröstet, ein Bild, das in den Besitz der Kaiserin von Frankreich kam; das Schicksal, das die Bahn des Lebens vorzeichnet; die Wissenschaft, die dem Menschen die Gesundheit wieder gibt, Deckenstück im medizinischen Saale zu Paris. Alle diese Bilder wurden von Landon in Umrissen ge- geben und beurtheilt (Annal. I. 64. 82. 237. IM 92). Sie sind richtig gedacht, geschmackvoll geordnet, correct gezeichnet und von angenehmer Färbung. Auch sein Marius auf den Ruinen von Carthago und die Schlacht bei Nazareth verdienen Erwähnung. Das letztere Bild war der Gegenstand öffentlicher Preisbewerbung, Caraffe gewann aber die Prämie nicht, sondern le Gros. Nach Landon wurden an diesem Bilde die schöne richtige Zeichnung, die Wahrheit des Ausdruckes in den asiatischen Küpfen, die Treue des Costüms und verschiedene ausgezeichnete Schönheiten in einzelnen Parthien allgemein bewundert. Laurence stach nach ihm den Eid der Horazier. Ausser seinen Gemälden kennt man von ihm auch viele Zeichnungen von Begebenheiten aus der römischen Gesehichte.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_nAVVAAAAcAAJ