Cantarini malte Altarblätter, viele heil. Familien, die man in Bo- logna, Pesaro und Rom sieht, mehrmals den Täufer und Köpfe von Aposteln, Lanzi II 107. Zu seinen vorzüglichsten Werken rechnet man den heil. Anton bei den Franziskanern zu Cagli und den heil. Jakob zu Rimini, die Transfiguration in der Pinakothek zu Mailand und einige heil. Familien bei Privaten. Seine hinter- lassenen Gemälde sind zahlreich.
Cantarini hat auch an 37 Blätter verschiedenen Inhalts radirt, die von denen des Guido Reni schwer zu unterscheiden sind; es wur- den daher einige, um die Liebhaber zu täuschen, mit Guido Reni inv. et f. bezeichnet. Wir lassen hier das bei Bartsch verzeichnete Werk des Künstlers folgen.
Adam und Eva essen von der verbotenen Frucht. H. 7 Z. 3 L., Br. 0 Z. 5 L. ;
Jupiter, Neptun und Pluto übergeben ihre Kronen dem Wappen des Cardinals Borghese, welches man am Himmel mit Genien umgeben erblickt. H. 11 Z. 5 L., Br. 10 Z.
Dieses Blatt, welches man fälschlich für das „Quos Ego“ angegeben, ist eines der schönsten von Cantarini, und es hat lange für Guido Reni’s Werk gegolten. Man hat davon dreierlei Abdrücke. Auf den ersten findet sich unten rechts ein Elephant in einem Cartouche, der auf der zweiten ausgeklopft ist. Der dritte Druck zeigt weder den Elephanten noch den Cartouche, und solche Abdrücke haben die Liebhaber oft teuer bezahlt, weil man sie für erste hielt.
Die Ruhe in Ägypten , wo Joseph dem Kinde Früchte reicht. H. 11 Z. der Kand 5 L., Br. 7 Z. /
Man hat von diesem Blatte zweierlei Abdrücke. Die ersten sind nur geätzt und man kennt sie leicht, weil der Unterleib des En- gels, welcher die Palmzweige erfasst, nicht beschattet ist, was auch mit dem Rücken und dem linken Schenkel des Kindes der Fall ist. Auch fehlen die horizontalen Taillen ober- und unterhalb der bei- den Engel. In den zweiten Abdrücken sieht man die Schatten und die mit dem Stichel nachgeholfenen Stellen. Unten am Rande liest man: G. Renus in, et fec., obgleich das Blatt dem Guido nicht angehört.
Die Ruhe in Ägypten, wo die Madonna dem Kinde die Brust reicht. Rechts sieht man St. Joseph sitzend, wie er sich auf den linken Arm stützt. H. 7 Z. 9 L., Br. 6 Z. 4 L.
Die ersten Abdrücke sind ohne Guido’s Namen; bei den späteren liest man die fälschlich beigesetzte Inschrift: G. Renus in. et fec.
Die Ruhe in Ägypten, wo die heil. Jungfrau am Fusse zweier Bäume sitzt, mit dem ruhenden Kinde auf dem Schoß. An ihrer Seite sitzt Joseph. H. 5 Z. 8 L., Br. 7 Z. 3 L.
Man hat von diesem Blatte eine Copie, welche weniger Geübte für das Original nehmen könnten. In der Copie fehlen die klei- nen Striche unterhalb des Daumens der linken Hand des hl. Joseph, was im Original nicht der Fall ist.
Die Ruhe in Ägypten, wo die heil. Jungfrau auf der Erde sitzt und dem Kinde auf dem Schoß mit der linken Hand eine Frucht reicht. Weiter entfernt zur Rechten sitzt Joseph am Fusse eines Baumes und betrachtet zwei Engel, welche Datteln sammeln. H. 8 Z. 2 L., Br. 6 Z. 2 L. |
In einer andern Ruhe in Ägypten sitzt die Madonna mit dem Kinde am Boden und scheint es in die Arme zu drücken, während St. Joseph, rechts auf der Erde sitzend, sich auf den linken Arm stützt und einen Stock in der Rechten hält. H. 6 Z. 6 L., Br. 9 Z. 9 L. '
Die Copie erkennt man an den Wolken über dem Kopfe der hl. Jungfrau. S. Bartsch XIX. pl. I. fig. 2. Sie ist in der Grösse des Originals und mit Einsicht gefertigt.
Die Ruhe in Ägypten, wo St. Joseph unter einem Baume sitzt und in einem Buche liest. H. 3 Z., Br. 4 Z. 0 L. Dieses Blatt ist leicht geätzt, und in jedem Abdrucke sind die Bäume der Ferne zwischen der heil. Jungfrau und St. Joseph, und die hinter demselben schwach und unvollendet, weil das Scheid- wasser nicht gehörig angegriffen.
Eine siebente Ruhe in Ägypten mit dem schlafenden St. Joseph ist in einem Octagon dargestellt. H. 3 Z., Br. 4 Z. 7 L.
Die heil. Familie, wo die heil. Jungfrau, nach rechts gewendet, mit dem Kinde im Vorgrunde am Fuss eines Baumes sitzt, und links Elisabeth neben St. Joseph, zwischen beiden steht Johan- nes. H. 4 Z. 10 L., Br. 6 Z. 9 L. .
Dieses Blatt hat Pesarese noch einmal von der Gegenseite gestochen, aber mit Veränderung. Unten in der Mitte liest man : G. Renus in. et fec., und rechts: J. Robillart ex. H. 4 Z. 6 L., Br. 7 Z. 4 L.
Die ersten Abdrücke sind ohne Guido’s Namen.
Die heil. Familie, wo die heil. Jungfrau mit dem Kinde unter einem Baume sitzt. Sie hält ein Buch in der Linken, und auch Joseph hat ein solches in der rechten Hand. H. 6 Z. 1 L., Br. 8 Z. 4 L.
Das Scheidwasser ist hier nicht genug durchgedrungen und alle Abdrücke sind grau. Die schlechte Copie ist bezeichnet: Simone Cantarini In. et Fec., — Gio. Jacomo Rossi formis Romae alla Pace, in der Grösse des Originals.
Eine heil. Familie, bezeichnet: S. C. da Pesaro fe. H. 4 Z. 10 L., Br. 5 Z. 1 L. .
Dieselbe Vorstellung und ebenso bezeichnet. H. 4 Z. 10 L., Br. 5 Z. 2 L.
Eine ähnliche Darstellung, ebenfalls mit S. C. da Pesaro fe. be- zeichnet. H. 4 Z. 9 L., Br. 3 Z. 2 L.
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde und St. Johann, im Grunde der heil. Joseph. H. 4 Z. 8 L., Br. 3 Z. 4 L.
Cantarini hat dieses Blatt wiederholt mit unbedeutenden Verän- derungen. Man unterscheidet dieses an einem Blatte des Baumes, den man im Grunde durch eine Öffnung zwischen der Mauer und dem Piedestal einer Säule sieht. S. Bartsch 1, c. pl. 11. fig. 4. Ei- nige glauben, dass Guido Reni diese Wiederholung gefertigt, und dass Pesarese das Blatt nur copirt habe. Auch Bartsch ist ge- neigt, dieser Meinung beizutreten, weniger derjenigen, nach wel- cher das obige Blatt nur ein retouchirter Abdruck des ‚letzteren scym soll. Dieses ist mit dem obigen in gleicher Grösse.
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in einer Glorie. S. C. da Per saro fe. H. 5 Z. 3 L., Br. 4 Z. 3 L.
Die ersten Abdrücke sind vor dem Namen des Pesarese.
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, welches einen Vogel am Fa- den hält. H. 7 Z. 9 L., Br. 5 Z. 5 L.
Dieses Blatt verräth ganz Guido’s Manier, so dass letzterer die Zeichnung gefertiget haben dürfte.
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf einer Wolke. Ohne Zei- chen. H. 4 Z. 8 L., Br. 3 Z. 4 L.
Die Kreuztragung. H. 4 Z. 6 L., Br. 7 Z. 4 L.
Die sehr täuschende Copie erkennt man an den horizontalen Stri- chen über dem Kopfe des Heilandes. Sie ist 4 Z. 8 L. hoch, u. 7 Z. 1 L. breit.
Die Krönung der heil. Jungfrau, H. 7 Z. 8 L., Br. 5 Z. 2 L.
Es gibt von diesem Blatte eine sehr täuschende Copie, so dass Einige glauben, sie rühre von Pesarese selbst her, obwohl es nicht wahrscheinlich ist, dass ein Künstler von solchem Range Zug für Zug sein eignes Werk copirt habe. Sic ist in gleicher Höhe mit dem Originale, aber um 2 L. schmäler.
Der kleine Johannes in der Wüste. Ohne Zeichen. H. 5 Z. 8 L., Br. 3 Z. 2 L.
St. Johannes in der Wüste, auf einem Steine sitzend. H. 6 Z. 3 L., Br. 6 Z. 2 L.
St. Sebastiaus mit Pfeilen durchbohrt. H. 7 Z. 2 L., Br. 4 Z. 9 L.
Die sehr täuschende Copie ist nur 7 Z. hoch. Die feinere Un- terscheidung s. Bartsch 1, c. pl. 11. fig. 6.
„Der grosse St. Anton von Padua betet kniend das Jesukind an.“ H. 2 Z. 11 L., Br. 2 Z. 3 L.
Auf den späteren Abdrücken steht: Simone Cantarini In. e, F, Originale.
Die sehr täuschende Kopie erkennt man an dem dritten Kopfe der ersten Cherubimreihe. Im Original sieht man in diesem Kopfe eine Linie, die von einem Auge zum andern geht. Dieser Strich fehlt in der Kopie. Von dieser letzteren hat man auch Ab- drücke mit einer später hinzugesetzten Dedication an Aut. Broglia.
„Der kleine St. Anton von Padua, Ohne Namen. H. 2 Z. 11 L., Br. 2 Z. 3 L.
Die Kopie eines Ungenannten ist bezeichnet: G. Renus in.
St. Benno heilt einen Besessenen, nach Lud. Carracci,
Der Schutzengel, H. 6 Z. 3 L., Br. 4 Z. 8 L.
Die Kopie von der Gegenseite (der Engel nach rechts gerichtet) trägt Guido’s Namen. Auch J. Carpione hat das Blatt kopirt.
„Die Entführung der Europa. H. 8 Z. 4 L., Br. 11 Z. 7 L.
Die späteren Abdrücke sind bezeichnet: G. Renus in. et fec.
„Mercur und Argus, eines der Hauptblätter Cantarini’s, H. 9 Z. 6 L., der Rand 8 L., Br. 11 Z.
Man hat von diesem Blatte eine sehr genaue Kopie, obwohl es etwas trocken. Man erkennt sie daran, dass das linke Vorderbein der Kuh, die im Hintergrunde geht, nicht beschattet ist, und auch in der Strichlage des Beines, die im Original ganz horizontal ist,
Mars mit Venus am Fusse eines Baumes, zur Seite der Göttin Amor, dem ein kleiner Hund zu Leibe geht. H. 9 Z. 8 L., Br. 7 Z. 3 L.
„Venus und Adonis, eine geistreiche Skizze, H. 4 Z. 2 L., Br. 5 Z. 2 L.
„Die Fortuna, H. 8 Z. 10 L., Br. 5 Z. 4 L.
Die späteren Abdrücke sind fälschlich mit: G. Renus in. et fec, bezeichnet.
Das Titelblatt eines Buches, mit einem Wappenschilde, den zwei grosse Engel unterstützen. Dieses mit viel Geist und Leichtigkeit gefertigte Blatt ist mit S. C. bezeichnet. H. 5 Z. 2 L., Br. 5 Z. 2 L.
Ein ähnliches Blatt mit den Wappen der Familien Burghese und Giordani. Man liest auf diesem Blatte: IL MIRTO D’IME- NEO NELLE FELICISSIME NOZZE DELLI S. S. GIU- ROLAMO GIORDANI ET ORTENSIA BORGHESE. H. 6 Z. 6 L., Br. 4 Z. 4 L.
Dieses prächtige Blatt ist sehr selten.
Ein anderes Titelblatt, mit dem Wappen der Medici. Auf einer Tafel liest man: Le Grazie rivali Declamazione accad. Del. Cau. Gio. Battista Manzini, H. 4 Z. 9 L., Br. 2 Z. 8 L.
Ein schönes Blatt, C
Es finden sich von diesem Künstler auch noch schöne Handzeichnungen. Die heil. Familie auf der Rückkehr in Aegypten, wo zwei Engel Datteln brechen, in Rothstein ausgeführt, ist bei Weigel um 6 Thlr. 16 Gr. ausgeboten.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_nAVVAAAAcAAJ