CANACHUS, aus Sicyon, Bildner des griechischen Alterthums, Bruder des Aristokles. Die Bestimmung des Zeitalters dieses Künstlers schwankt zwischen der 65 und 68 Ol., eine Verwirrung, die nur dadurch gehoben wird, wenn man, wie jetzt ausgemacht zu sein scheint, einen älteren und einen jüngeren Canachus annimmt. Die chronologische Stellung des ersteren hängt von den Werken ab, die ihm beigelegt werden. Sie weisen auf Ol. 60, 62, 64, 68 hin, und dieses sind diejenigen, von denen Cicero sagt, sie seien zu starr, als dass sie die Wahrheit nachahmten. Canachus der ältere ist demnach ein Zeitgenosse des Callon aus Aegina und des Ageladas aus Argos , deren Werke ebenfalls als hart bezeichnet werden.
Eines der berühmtesten Werke dieses Meisters ist der in Bronze gegossene kolossale Apollo der Branchiden im Heiligtum bei Milet . Dieser war nach Plinius unbekleidet, von äginetischer Erz- mischung und wurde Philesius, der Liebreiche, genannt. Ein anderes diesem ähnliches Bild, aus Cedernholz, war zu Theben. Ein drittes Werk von ihm war zu Sicyon im Tempel der Aphrodite, das Bild der Göttin aus Gold und Elfenbein. Das kolossale Bild des Apollo in Bronze fällt in die Zeit von Ol. 60 und 68, welche die kunstlerische Thatigkeit des Canachus umfasst, und den höchsten Flor der Milesier bezeichnet. Auch Aristokles lebte in dieser Epoche, er ist aber weniger durch Anführung seiner Werke bekannt, als durch die ununterbrochene Folge seiner Zöglinge.
Dieser Canachus der Ol. 65 ist von dem der Ol. 68, den Pausanias als Schüler des Polyolet bezeichnet, zu unterscheiden. Diese Scheidung des Canachus in zwei Künstler aus Sicyon, von denen Sillig Cat. art. nicht ohne Wahrscheinlichkeit vermutet, dass sie als Grossvater und Enkel zusammenhängen, ging von Schorn aus („Ueber die Studien der griechischen Künstler“, S. 195), wurde von Thiersch („Epochen der bildenden Kunst unter den Griechen“, zweite Aufl. Anmerk. S. 142 f.) weiter begründet, und von K. O. Müller, Bückh (Corp. inscript. I. 39), Sillig, Hirt u. a. angenommen, so dass man deshalb glauben darf, sie sei durchgegangen und die alte auf Einen Canachus gebaute Lehre verlassen. Nur bei Heinrich Meyer („Geschichte der b. K. bei den Griechen“) waltet noch der Eine Canachus, der bei Plinius unter der 95 Ol. steht. Dieser muss einige jener Heldenbilder, Celetizohnten und Musen verfertigt haben, deren Pausanias erwähnt.
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