Camuccini, Vincenzo. — Camus, Duval le. 323
Ein berühmtes Werk Camuccini’s, das später als die beiden oben erwähnten erschien, ist der Ungläubige Thomas, der für würdig gehalten wurde, für die St. Peterskirche in Rom Mosaik der Zeit zu trotzen. Ein anderes Gemälde in St. Giovanni zu Piacenza stellt die Darstellung im Tempel vor, ein Werk, in welchem die Italie- ner die Hoffnung erfüllt sahen, welche sie von diesem Künstler hegten. Von dieser Zeit an malte er mit grosser Vorliebe Darstel- lungen aus der römischen Geschichte, der Stoff zog aus dem Leben des Lentulus, des Regulus , des Scipio , der Corne- lia u.s.w. Sein Horatius Cocles ist ein Meisterwerk, und trefflich auch Romulus und Remus als Kinder, in der Gallerie des Grafen Schönborn zu Reichershausen. Sein Tod der Mugalona ist ein höchst ausdrucksvolles Bild, und seine Vermählung der Psyche, wie das erste in lebensgrossen Figuren, zeichnet sich durch Schön- heit der Komposition, durch Farbenschmelz, durch Grazie und Ho- heit aus. Die Grablegung Christi, die er für Karl IV. von Spa- nien malte, ist ebenfalls wegen der lebendigen Harmonie der Farben zu bewundern. Nicht minder trefflich ist die Erscheinung des Herrn in der Vorhölle, ein Bild, welches 1820 die Privatgesellschaft patrio- tischer Kunstfreunde in Prag bestellte; ebenso schön ist die Bekehrung Saul’s, ein colossales Gemälde, welches Camuccini 1834 für die Kirche der Apostel zu Rom malte, und prächtig ist jene Darstellung von 1833 zu nennen, welche die Sendung der Bene- diktiner nach England, als Verkünder des wahren Glaubens schil- dert. Besonders zu erwähnen sind auch die Gemälde am Plafond am Palaste Torlonia, die er mit Landi ausführte.
Camuccini ist auch im Porträt ausgezeichnet; einige seiner Bild- nisse stehen neben denen eines Rubens und Tintoretto. Er malte den König und die Königin von Neapel und Pius VII. — Das ausge- zeichnete Bild dieses Papstes ist in der k. k. Gallerie zu Wien. Einen bleibenden Werth besitzt auch sein Portrait der Gräfin von Dietrichstein, 1820 gemalt.
Mehrere seiner Werke hat Bettelini gestochen, und 1820 kündigte zu Rom der Kunsthändler Scudellari Steinzeichnungen von Camuccini an, die in monatlichen Heften zu vier Blättern mit französischem und italienischem Texte erschienen, unter dem Titel: I fatti della vita di Gesù Cristo, espressi in litographia dal Vincenzo Camuccini.
Ihm verdanken wir auch die Fortsetzung des Museo Capitolino.
Camuccini ist ein gelehrter Künstler und ein Mann von gescholtenem Charakter. Mehrere Akademien zählen ihn unter der Zahl ihrer Mitglieder. Der Papst ernannte ihn zum Oberaufseher der Gemälde Roms und zum Ritter, und auch der höchstselige Kaiser Franz ertheilte ihm 1819 den Orden der eisernen Krone.
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